Das "Bauchgefühl" eines Engländers rettete Mädchen aus Kenia das Leben

Er hat eine Gruppe kenianischer Mädchen vor einem Vergewaltiger bewahrt

Das "Bauchgefühl" eines Engländers rettete Mädchen aus Kenia das Leben

Sextourismus

Eine Auswirkung der schnell voranschreitenden Globalisierung ist ein stetiges Wachstum des Tourismus. Und im Zuge dessen wächst auch die Sparte des sogenannten 'Sextourismus'. Grade Kinder in Entwicklungsländer, wie Kenia, können leicht zum Opfer von Sexualstraftätern werden. Genau das passierte im Fall Keith Morris (72), aus Hull, England. 

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Er reiste immer wieder nach Kenia in ein kleines Dorf namens Kilifi und unterstützte die Bewohner mit Geld, Essen und Zugang zu Bildung und einer Gesundheitsversorgung. So erhielt er ihr Vertrauen. Er wollte im Jahr 2016 Vormund von acht Kindern des Dorfes werden, die Bewohner unterstützten ihn bei dem Vorhaben, sein Antrag wurde aber vom Gericht abgelehnt. Später wurde behauptet, er habe zwischen Januar 2016 und Februar 2017 zwei junge Mädchen vergewaltigt und angegriffen. Zuvor habe er sie dazu verleitet, bei ihm im Hotel zu wohnen.

"Er hat schlimme Dinge mit mir gemacht, wenn ich auf dem Bett schlief. Er zwang mich dazu, niemandem zu erzählen, was passiert ist.", berichtet ein kenianisches Mädchen einer Jury im Gericht in Leeds, England, per Videobotschaft, so die britische Tageszeitung Hull Daily Mail

Was das mit einem anderen britischen Touristen zu tun hat, liest du auf der nächsten Seite.

Das "Bauchgefühl" eines Engländers rettete Mädchen aus Kenia das Leben

David Bushell machte grade Urlaub in Kenia, als er auf Norris aufmerksam wurde. Dieser verbrachte viel Zeit mit einer Gruppe kenianischer Mädchen, die wohl nicht älter als zehn bis zwölf Jahre gewesen sind. Bushell hat von Anfang an das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt. Er beobachtete den 72-Jährigen drei Tage lang und befragte auch das Hotelpersonal zu der ungewöhnlichen Gruppe, so das BBC. Das Personal wusste, dass Norris vorhatte, die acht Mädchen zu adoptieren. 

Bushell sagte dem BBC: "Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte, aber ich war mir nicht wirklich sicher, warum bei mir die Alarmglocken losgingen. Am zweiten Tag wollte ich einfach nur hingehen und fragen: ‘Was haben Sie mit diesen Kindern vor? Was für eine Beziehung haben Sie zu diesen Mädchen?’”

Wie Norris dann gefasst wurde, erfahrt ihr auf der letzten Seite. 

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David Bushell hat sich dann umgehend an die National Crime Agency (NCA) gewandt und zeigte Morris an. Eine umfassende Untersuchung legte dann einige Delikte des Sextouristen offen. Einige davon waren schon Jahre alt. Er wurde in vier Fällen der Vergewaltigung, in vier Fällen der sexuellen Gewalt, in zwei Fällen der Gewalt durch Penetration, und in zwei Fällen der Behinderung der Justiz vom Gericht in Leeds schuldig gesprochen. Bei seiner Rückkehr nach England im Februar 2017 wurde Morris dann verhaftet und zu 18 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. 

Wichtig bei der Geschichte ist auch, dass David Bushell auf sein Bauchgefühl gehört hat. So hat er vielen jungen Mädchen unendliches Leid erspart. Man sollte auch nur bei einem Verdacht lieber den entsprechenden Behörden Bescheid geben, denn selbst wenn doch nichts sein sollte, hat man höchstens ein bisschen Stress verursacht. Aber wenn man richtig liegt, rettet man womöglich Menschenleben.