Das ist die wahre Ursache einer Sucht

Es ist nicht die Droge an sich

Das ist die wahre Ursache einer Sucht

Drogen zu thematisieren ist schwierig. Betroffene spielen es oft ab und man spricht in der Öffentlich ungern darüber. Vor allem nicht über härtere Drogen. Fragt man Suchtpatienten nach dem Grund ihrer Drogensucht, kommt häufig das gleiche: "Ich hatte falsche Freunde und bin dann so da rein gerutscht" - oder so ähnlich zumindest. Doch sind das nicht die eigentlichen Ursachen einer solchen Sucht. Diese sitzen, da sind sich Experten einig, viel tiefer und haben viel komplexere und gleichzeitig trivialere Gründe. 

“Nicht alle Abhängigkeiten haben ihren Ursprung in Missbrauch oder Traumata, aber ich bin überzeugt, dass sie alle auf schmerzhafte Erfahrungen zurückgeführt werden können”, sagte Gabor Maté, ein kanadischer Arzt, der sich seit Jahrzehnten mit Sucht und der Bekämpfung von Abhängigkeiten beschäftigt. "Wer seelisch belastet ist, sucht nach Entlastung und findet diese unter anderem in Alkohol, Drogen oder Medikamenten”, so ein weiterer Experte. Das bedeutet nicht, dass jeder, dem in seinem Leben schmerzhafte Erfahrungen widerfahren sind, automatisch in eine Suchtkrankheit verfällt. Jeder Mensch geht ganz individuell mit Verletzungen unterschiedlichster Art um. Es gibt jedoch Ereignisse im Leben und vor allem in der Kindheit, die Abhängigkeiten begünstigen. Welche 5 Ursachen eine spätere Suchtkrankheit begünstigen, die durchaus von Eltern vermieden werden können, haben wir zusammengefasst: 

Das ist die wahre Ursache einer Sucht

1. Grundbedürfnisse werden nicht befriedigt

Jedes Kind, egal welchen Charakter es besitzt, hat ein Grundbedürfnis an Geborgenheit, Zuneigung, Schutz und Liebe. Werden diese nicht befriedigt, befindet sich das Kind in einer Notsituation, schließlich ist es zu 100% abhängig von den Eltern. Ein Baby hat in einem solchen Fall nur eine Möglichkeit sich mitzuteilen - es beginnt zu weinen. Eltern, die glauben, ihr Kind schreien zu lassen wäre eine gute Methode, damit es lernt, alleine einzuschlafen, die irren gewaltig. Baby's die nach einer Zeit aufgehört haben zu schreien, haben nicht etwa aus Erfahrung gelernt (sie sind noch nicht in der Lage Schlussfolgerungen zu ziehen), sie haben schlichtweg aufgegeben. Diese fehlende Wärme und Zuneigung, kann dem Kind für den weiteren Verlauf des Lebens erheblich zusetzen. 

Das ist die wahre Ursache einer Sucht

2. Bedingungslose Liebe

Das mag vielleicht total banal klingen, dennoch machen die wenigsten Kinder die Erfahrung, um ihrer Selbst willen geliebt zu werden. Jedoch ist genau das die Grundlage einer jeden glücklichen Kindheit. "Ein Kind muss spüren, dass es so wie es ist, richtig ist. Dass es um seiner Selbst willen und bedingungslos geliebt wird. Das ist die wichtigste Erfahrung, die jedes Kind braucht”, so der Hirnforscher Gerald Hüttner gegenüber der Huffington Post.Viele Kinder erleben jedoch das Gefühl, etwas leisten zu müssen, um geliebt zu werden. Leider ist dies nach wie vor die gängigste Erziehungsmethode und den meisten Eltern ist nicht bewusst, welche Schäden sie durch ein solches Verhalten bei ihren Kindern hinterlassen - ohne es jemals böse gemeint zu haben. 

Das ist die wahre Ursache einer Sucht

3. Überfürsorge

Bei der Befragung von Suchtkranken ist einer der häufigsten Antworten auf die Frage, warum man erstmals zu den Drogen griff: "Ich wollte meine Hemmungen und meine Ängste überwinden". Diese fehlende Bereitschaft ungehemmt und mutig auf neue Dinge oder neue Herausforderungen zu zu gehen, wird bereits in der Kindheit geformt. Kinder müssen schon im Kindesalter lernen, gewisse Herausforderungen selbstständig zu meistern. Sie müssen lernen selbstständig aufzustehen, wenn man hinfällt. Das Bedürfnis, dem Kind in jedem Augenblick zu helfen und Arbeit abzunehmen mag gut gemeint sein, kann aber fatale Folgen haben - eine gute Mischung ist (wie bei so vielem im Leben) hier die beste Option. 

Das ist die wahre Ursache einer Sucht

4. Das fehlende freie Spiel

Das, was viele Suchtpatienten dazu bewegt, sich in "Drogentrips" zu flüchten, ist eine leblose Fantasie. Durch die Einnahme von Drogen wird diese jedoch angeregt, was den Betroffenen beflügelt. Große Langeweile in der Kindheit kann genau für ein solches Verhalten die Grundlage sein. Eine blühende Fantasie wird vor allem durch das freie Spiel des Kindes begünstigt. Raus gehen, sich bewegen, sich verschiedenste Welten ausdenken, in denen gespielt wird. Genau diese Freiheit wird vielen Kindern jedoch genommen. Zum einen wird von Erwachsenen viel zu häufig in dieses Spiel eingegriffen, indem erklärt wird, wie es richtig geht. Zum anderen ist häufig schlichtweg die fehlende Zeit der Grund. Kinder werden mit Sprach- Musik- und Sportkursen gefördert. Da bleibt führ freies Spielen oftmals keine Zeit.  

Das ist die wahre Ursache einer Sucht

5. Das Leistungsprinzip - Versagensängste 

Nicht erst zum Ende der Schulzeit, sondern bereits zu Beginn müssen Kinder enorme Leistungen bringen. Früh morgens beginnt die Schule, in der sie schon in den ersten Klassen gute Leistungen erbringen müssen. Natürlich muss stets aufgepasst und mitgearbeitet werden. Anschließend werden Sport- Musik- oder Sprachkurse absolviert. Und wehe ein Kind bleibt hinter den Erwartungen oder kann dem Druck nicht standhalten, was andere Kinder sehr wohl können. Versagensängste plagen heute bereits die Kleinsten. Der Druck ist so hoch, dass beängstigende 36% der Eltern bereit wären, ihren Kindern Arzneimittel zu verabreichen, damit sich die Konzentration bessert, so die Angaben eines Experten.