Gericht urteilt: Diese Kündigung ist selbst innerhalb der Probezeit verboten

Das sollten alle Arbeitnehmer unbedingt wissen:

Gericht urteilt: Diese Kündigung ist selbst innerhalb der Probezeit verboten

Die Probezeit ist für jeden Arbeitnehmer eine heikle Phase. Sechs Monate muss er bestehen, bevor die allgemeinen Richtlinien seines Vertrages gelten. Eine Zeit, in der er sich im Unternehmen beweisen muss und unter besonderer Beobachtung des Chefs steht. 

Natürlich vermeidet man als motivierter Arbeitnehmer auch, ständig krank zu sein, beziehungsweise sich in den ersten Monaten im neuen Unternehmen Urlaub zu nehmen - vor allem in der Probezeit. Da schleppt man sich schonmal mit einer Grippe ins Büro.

Das ist jedoch gar nicht notwendig, denn aus einem Gerichtsurteil des Landesarbeitsgerichts Mainz geht jetzt folgendes hervor: 

Gericht urteilt: Diese Kündigung ist selbst innerhalb der Probezeit verboten

Wird ein Mitarbeiter während der Probezeit krank, kann ihm in den allermeisten Fällen nicht aus diesem Grund gekündigt werden. Andernfalls kann eine sogenannte verbotene Maßregelung vorliegen. Allerdings, das besagt das Gerichtsurteil auch, kann dem Arbeitnehmer während der sechsmonatigen Probezeit aus anderen Gründen gekündigt werden.

In dem verhandelten Fall ging es um einen alleinerziehenden Kurierfahrer, der sich in der Probezeit befand und dessen Sohn innerhalb seines Urlaubs krank wurde und operiert werden musste. Der Arbeitnehmer informierte den Arbeitgeber über die Situation und bat ihn, den Urlaub zu verlängern. Der Arbeitgeber zeigte sich zunächst mit der Lösung einverstanden, doch der Sohn war fast einen ganzen Monat krankgeschrieben. An dem Tag, als der Kurierfahrer seinem Chef die Krankschreibung des Sohnes per Fax zukommen ließ, folgte die schriftliche Kündigung. Dagegen klagte der Kurierfahrer.

Leider ohne Erfolg. Die Kündigung sei zwar im zeitlichen Zusammenhang mit der Krankmeldung des Sohnes erfolgt, jedoch aus anderen Gründen. Der Chef gab an, dass er generell unzufrieden mit der Leistung des Mitarbeiters war. Das Fernbleiben des Mannes sei, das folgerte das Gericht, kein Kündigungsgrund gewesen.