Forscher finden Plastik in mehr als 100 Schildkröten

Die Meeresverschmutzung durch Kunststoffmüll scheint noch schlimmer als bisher vermutet

Forscher finden Plastik in mehr als 100 Schildkröten

Dass der Mensch mit seiner Umwelt alles andere als sorgsam umgeht, war uns zu keinem Zeitpunkt der Geschichte so bewusst wie heute. Studien zu kritischen Themen, wie z.B. Treibhausgase, die Abholzung des Regenwaldes oder die unwürdige Haltung von Nutztieren, die damals allein in Wissenschaftskreisen kursierten, finden vermehrt ihren Weg in das alltägliche Bewusstsein des Normalbürgers.

Es ist also kein Wunder, dass auch die Weltmeere, die den Lebensraum für eine Vielzahl unterschiedlichster Lebewesen darstellen, von diesen Forschungen nicht ausgeschlossen sind.

Doch die Entdeckung, die nun von einigen Wissenschaftlern gemacht wurde, legt die Vermutung nahe, dass es um diesen speziellen Teil unserer Erde noch schlimmer steht, als zuvor angenommen...

Forscher finden Plastik in mehr als 100 Schildkröten

Ausgangspunkt für die aufschlussreiche Studie der University of Exeter in Zusammenarbeit mit Greenpeace war die Tatsache, dass das Meer immer mehr durch Plastikmüll, wie z.B. Strohhalme, Mülltüten, Verpackungen und Co., verschmutzt wird.

Unter dieser Entwicklung leidet niemand mehr als die Bewohner dieses Lebensraums, welche die Plastikteile nicht nur als scheinbare Nahrung direkt zu sich nehmen, sondern sogar unter genetischen Folgen leiden, die von der Zersetzung gefährlicher Inhaltsstoffe wie Bisphenol A, Phtalate oder Flammschutzmittel ausgelöst werden.

Um die genauen Folgen der Verschmutzung feststellen zu können, untersuchte eine Forschergruppe also 100 Meeresschildkröten auf ihren Gesundheitszustand.

Das erschreckende Ergebnis dieser Studie findest du auf der nächsten Seite...

Forscher finden Plastik in mehr als 100 Schildkröten

Von den insgesamt 102 Schildkröten, unter denen sämtliche weltweit bekannten Arten vertreten waren, konnte nicht eine einzige Schildkröte gefunden werden, die komplett plastikfrei war.

Dieses Ergebnis ist vorallem deshalb erstaunlich, da jeweils nur ein kleiner Teil des Darms des jeweiligen Tieres untersucht wurde. Trotzdem fanden die Forscher mehr als 800 Plastikteilchen, was den Schluss zulässt, dass insgesamt 20 Mal mehr Teile im gesamten Körper der Meeresbewohner vorzufinden sind.

Ein Großteil des sichergestellten Mülls bestand aus Synthetik-Fasern, wie sie Teil unserer Kleidung sind und durch das tägliche Waschen ins Abwasser gelangen, sowie Kunststoff von beispielsweise Bechern und Strohhalmen plus Mikroplastik.

Da immer mehr Meerestiere an den Folgen der extremen Verschmutzung durch Plastik sterben, lässt sich nur hoffen, dass Regierungen weltweit möglichst bald mit Reformen dagegen angehen und  beispielsweise überflüssige Haushaltsartikel wie Plastiktüten komplett verbieten.