Iberogast ist ab sofort für Schwangere verboten

Unter Magenschmerzen und Sodbrennen leidet fast jede Schwangere. Es ist eine der Sachen, die an einer Schwangerschaft so richtig nerven können. Ein gutes Mittel dagegen war bisher Iberogast. Doch der Hersteller Bayer warnt nun: Schwangere sollen das Medikament nicht mehr einnehmen.

Iberogast ist ab sofort für Schwangere verboten

Mit Medikamenten in der Schwangerschaft ist das immer so eine Sache. In der Regel heißt es: So wenig wie nur möglich nehmen. Doch gerade im dritten Trimester, wenn das Baby schon so groß ist, dass es gegen die Organe tritt, leiden sehr viele Frauen an starkem Sodbrennen und Magenschmerzen. Das pflanzliche, rezeptfreie Magenmittel Iberogast vom Bayer-Konzern ist eines der wirksamstem und beliebtesten Mittel dagegen. Doch genau das ist für Schwangere lebensgefährlich.

Warum das Medikament so gefährlich ist, erfährst du auf der nächsten Seite...

Iberogast ist ab sofort für Schwangere verboten

Leberversagen endete tödlich

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Mittwoch in Bonn mitteilte, gibt es bereits zwei Fälle von Leberversagen auf Grund der Einnahme von Iberogast. Einer dieser Fälle endete nach einer Lebertransplantation sogar tödlich. Es ist der erste publik gewordene Todesfall, der eindeutig auf das Medikament Iberogast zurückzuführen ist. Doch bereits 2008 wurden dem BfArM mehr als 50 Berichte aus Deutschland vorgelegt, bei denen das in Iberogast enthaltene Schöllkraut für Leberschäden verantwortlich gemacht wurde. Denn Schöllkraut enthält das Krebsarz­neimittel „Ukrain“, das in hoher Dosis Leberschäden verursachen und andere Organe angreifen kann. Zudem wurde die Substanz unerlaubt in Europa in den Umlauf gebracht. Schon damals sollte Bayer seinen Beipackzettel mit einem Warnhinweis versehen.

Ob Bayer nun endlich handeln muss, erfährst du auf der nächsten Seite...

Iberogast ist ab sofort für Schwangere verboten

Jahrelanger Streit um Packungsbeilage

Das Institut forderte alle Hersteller von Produkten mit mehr als 2,5 Mikrogramm Schöllkraut auf, ihre Beipackzettel um entsprechende Hinweise zu ergänzen. Der Iberogast-Hersteller verweigerte diesen zusätzlichen Vermerk aber bislang. Nach dem bekannt gewordenen Todesfall muss Bayer nun jedoch innerhalb der nächsten vier Wochen seine Beipackzettel ändern.