Obdachlose dürfen diesen Winter nicht mehr in U-Bahnhöfen übernachten

Die BVG wird ihre Bahnsteige aus Sicherheitsgründen nachts nicht mehr für Obdachlose öffnen.

Obdachlose dürfen diesen Winter nicht mehr in U-Bahnhöfen übernachten

In vielen Bundesländern Deutschlands ist die Winterzeit eingebrochen, und mit ihr nähert sich für all diejenigen, die kein festes Dach über dem Kopf haben, die alljährliche Frage, wo sie am besten Schutz vor Frost und Wind finden.

Doch während sich in den vergangenen Jahren viele Berliner Obdachlose bei Temperaturen unter 2 Grad in die während der nächtlichen Betriebspause geöffneten Stationen Schillingstraße, Südstern und Hansaplatz flüchten konnten, droht ihnen wegen eines neuen Beschlusses nun die Ungewissheit. Die Stationen sollen zukünftig nachts geschlossen werden.

Warum die bestehende Situation geändert werden soll, erfährst du auf der nächsten Seite.

Obdachlose dürfen diesen Winter nicht mehr in U-Bahnhöfen übernachten

Da statt wie noch zu früheren Zeiten nicht nur ein paar Personen pro Nacht, sondern inzwischen regelmäßig mehrere Dutzend in den jeweiligen Bähnhöfen übernachteten, sei laut BVG die Sicherheitslage zu heikel geworden.

Demnach begäben sich einige Obdachlose zum Urinieren auf das Gleisbett, was wiederum wegen teilweise nachts noch fahrender Bauzüge lebensgefährlich sei. Tatsächlich waren vergangenen Winter zwei Obdachlose auf diese Weise von Zügen getötet worden.

Wie die Öffentlichkeit auf diese Änderung reagiert, erfährst du auf der nächsten Seite.

Als "unmenschlisch" kritisierte die Caritas diese Entscheidung der BVG, woraufhin BVG-Chefin Sigrid Nikutta ein Angebot vorlegte, wonach 30 Ersatzräume bestehend aus ungenutzten Technikräumen zur Verfügung gestellt werden sollten. Als Bedingung forderte sie, dass der Senat Betreuung, Reinigung und Dixi-Klos organisierte.

Diese Einigung klang zwar zunächst akzeptabel, stellte sich aber deswegen als problematisch heraus, weil sich viele der von der BVG angebotenen Räume wegen fehlender Fluchtwege nicht zu diesem Zweck eigneten.

Zwar ließ die Sprecherin der Sozialverwaltung, Karin Rietz, nun verlauten, sie hätten "etwas in der Ost-City gefunden", konkretere Informationen erhielt die Öffentlichkeit aber bisher nicht.

Es ist zu hoffen, dass sich möglichst schnell eine zufriedenstellende Lösung findet. Denn der Winter ist bereits eingebrochen und die Zeit für notwendige Renovierungsarbeiten und Umbauten wird knapp.