EM-Prank: Marvin Wildhage offenbart Sicherheitslücke mit Fake-Maskottchen
Prank von YouTuber Marvin Wildhage: Beim Eröffnungsspiel der EM verkleidet er sich als EM-Maskottchen und offenbart so eine Sicherheitslücke der UEFA.
So flog Marvin Wildhage schließlich auf
Mitarbeitende der UEFA deckten den Schwindel schließlich auf und begleiteten Marvin und seinen Begleiter zurück ins Parkhaus. „Wo habt ihr die Pässe denn bekommen?“, fragten die Mitarbeiter*innen. Immer mehr Ordner*innen gesellten sich zum YouTuber und schließlich sollte er sein Kostüm abnehmen. „Als ich dann die erste Reaktion gehört hab, wusste ich: Das Spiel ist vorbei.“ Als dann auch noch das echte Maskottchen um die Ecke kam, war der Prank aufgeflogen. Die Mitarbeiter*innen fanden das alles aber gar nicht lustig. Kurzerhand wurde die Polizei gerufen und Marvin und sein Begleiter mussten einige Stunden in der sogenannten Gesa, der „Gefangenen Sammelstelle“ verbringen. „Da sitzen Menschen, die sich nicht so gut benommen haben“, erklärt der YouTuber im Video. „Und dazwischen saß ich mit riesigen Plüschschuhen an dem Unterteil von einem Bärenkostüm“.
UEFA droht: „Wenn hierrüber ein Video erscheint, dann werden wir mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen“
Kurz danach sollte er das Kostüm dann komplett ablegen. Für ihn und seinen Begleiter ging es dann für ein paar Stunden in eine Zelle. „Fingerabdrücke wurden genommen, wir wurden fotografiert und wir wurden gefragt, ob wir uns zu den Tatvorwürfen äußern wollen. In dem Moment waren Pascal und ich nicht so gesprächig. Und dann gegen zwei Uhr nachts wurden wir auch entlassen.“ In den Belehrungen, die ihnen die Polizei aushändigte, stand zudem drin, dass sie „deutschlandweit Stadionverbot haben, während der gesamten EM plus ein paar Platzverweise in München [...]. Und der goldene Hinweis von einem hohen Funktionär der UEFA, der gesagt hat, wenn hierrüber ein Video erscheint, dann werden wir mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen.“
Wie reagieren die Veranstalter auf den EM-Prank?
Der Wirbel um die Aktion ist im Anschluss natürlich groß. Der bayrische Innenminister Joachim Hermann äußerte sich gegenüber der FAZ besorgt: „Der Vorfall muss schnell und konsequent nachbereitet werden“, erklärte er und fährt fort: „Die Zutrittskontrollen liegen in der alleinigen Verantwortung der EURO 2024 GmbH als Veranstalter. Die bayerische Polizei wurde beim Einlass des YouTubers nicht eingebunden.“ Auch der Sprecher des Polizeipräsidiums München stimmt dem zu: „Wir werden am Einlass in der Regel nur hinzugezogen, wenn wir verständigt werden, beispielsweise bei einer gewalttätigen Person.“ Und die UEFA? Die hält sich bislang bedeckt: „Die UEFA hat die Situation ausgewertet und die notwendigen organisatorischen Maßnahmen eingeleitet“, hieß es in einem Statement.
Die Strafe droht Marvin Wildhage nach EM-Prank
Doch welche Strafe winkt dem YouTuber jetzt? Nach dem Prank ist er wegen Hausfriedensbruchs, Erschleichen von Leistungen und Urkundenfälschung angezeigt worden. Für Hausfriedensbruch und Erschleichen von Leistungen sieht das Strafgesetzbuch (StGB) Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr vor. Bei Urkundenfälschung droht dem Internetstar eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Hier könnte eine seiner Vorstrafen noch wichtig sein. Denn es ist nicht das erste Mal, dass der YouTuber für einen Prank eine Urkunde gefälscht hatte.
Der Rechtsanwalt und YouTuber Christian Solmecke beschäftigt sich wenig später ebenfalls mit dem Fall: „Der wird jetzt nicht mehrere Jahre weggesperrt werden“, erklärt er in seinem YouTube-Video. Allerdings geht er davon aus, dass er durchaus mit einer Bewährungsstrafe rechnen könnte. Als Gründe nennt er die Strenge der bayerischen Gerichte und die große Tragweite des Vorfalls, da es sich um die Fußball-EM im eigenen Land handelt. Er ist sich sicher: „Auf keinen Fall wird er straffrei bleiben.“