Thalassophobie: Das steckt hinter der Angst vor tiefem Wasser
Einige Menschen leiden an der panischen Angst vor tiefem Wasser. Doch wie erkennst du, ob du tatsächlich an Thalassophobie leidest?
Ängste haben wir alle, und diese sind mal schwerer und mal weniger intensiv ausgeprägt. Sie schützen uns vor potenziellen Gefahren und sicherten unserer Spezies im Laufe der Zeit das Überleben. Als Warn- und Schutzfunktion ist dieses Gefühl also unentbehrlich. So kommt es, dass sich viele Menschen im tiefen und dunklen Wasser unwohl fühlen und sogar starke Ängste verspüren können. Doch was ist, wenn diese Angst zur Angststörung wird? Wie erkennt man, ob man an der sogenannten „Thalassophobie“ leidet? Welche Symptome mit dieser Art der Angststörung einhergehen und wie sie sich heilen lässt, erfährst du im folgenden Artikel.
#1 Was ist Thalassophobie
Thalassophobie bezeichnet die Angst vor tiefen, unbekannten Gewässern und allem, was darin schwimmt. Im Gegensatz zur Aquaphobie, die sich auf die generelle Furcht vor Wasser bezieht, fürchten sich Betroffene der Thalassophobie speziell vor den Tiefen von Meeren, Ozeanen oder Seen. Diese spezifische Phobie gehört zu den häufigsten Ängsten, vergleichbar mit der Furcht vor Spinnen oder Platzangst. Laut der WHO wird von einer Phobie jedoch erst ab bestimmten Anzeichen und Diagnosen gesprochen.
#2 Woher kommt diese Angst?
Thalassophobie kann in unterschiedlichem Schweregrad auftreten: Einige Betroffene verspüren Unbehagen beim Schwimmen in tiefen Gewässern, während andere sogar vor ihrer Badewanne Angst haben. Dies kann die Lebensqualität stark einschränken und in extremen Fällen zu Panikattacken führen. Die Angst vor dem unbändigen Meer ist eine Urangst des Menschen, die evolutionär tief verwurzelt ist. Die Furcht vor Naturgewalten wird oft durch kulturelle Einflüsse und mediale Berichterstattung, wie Berichte über Haiangriffe oder Schiffsunglücke, verstärkt. Zu den Schwerpunkten der Angststörung zählen die Dunkelheit des Wassers, das Unbekannte und verschiedene Gefahren, die mit dem Meer verbunden sind. Diese Ängste können das Gefühl von Hilflosigkeit und Kontrollverlust verstärken. Außerdem kann die Dunkelheit die Fantasie anregen, wodurch sich Dinge vorgestellt werden können, die eigentlich gar nicht da sind. So kann die Angst zusätzlich deutlich verstärkt werden.
#3 Symptome
Bei einer spezifischen Phobie wie der Angst vor dem Meer können Betroffene intensive Angst verspüren, selbst wenn keine tatsächliche Gefahr besteht. Der Körper reagiert auf den Anblick oder die Nähe eines großen Gewässers oft mit starken Angstsymptomen. Diese Symptome können Unruhe, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Muskelanspannung, Herzklopfen, Zittern, Kurzatmigkeit und Schweißausbrüche umfassen. Viele Betroffene empfinden auch ein Gefühl des drohenden Unheils oder Kontrollverlusts, begleitet von Magenverstimmungen, Schüttelfrost und Schlafstörungen. Ein typisches Anzeichen für Thalassophobie ist außerdem das Meiden von Situationen, die mit tiefen Gewässern in Verbindung stehen, wie Schwimmen im Meer oder Bootfahren. Obwohl Betroffene wissen, dass ihre Angst irrational ist, empfinden sie diese als sehr real. Körperliche Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen treten oft zusätzlich auf.