Thalassophobie: Das steckt hinter der Angst vor tiefem Wasser
Einige Menschen leiden an der panischen Angst vor tiefem Wasser. Doch wie erkennst du, ob du tatsächlich an Thalassophobie leidest?
#8 Kulturelle Hintergründe
Ängste sind nicht nur biologisch und individuell, sondern auch sozial und kulturell bedingt. Kulturen, die am Meer leben, mystifizieren Ozeane oft als unberechenbare und gefährliche Orte. In der griechischen Mythologie wird das Meer als mächtiges, manchmal bedrohliches Wesen dargestellt, das nicht verärgert werden sollte. Auch in der Bibel spielt das Meer eine zentrale Rolle, etwa in der Sintflut-Geschichte. Solche Mythen verstärken die evolutionäre Angst vor tiefem Wasser, die dann kollektiv weitergegeben und gelebt wird.
#9 Behandlung
Die Behandlung von spezifischen Ängsten, wie der Thalassophobie, kann Psychotherapie und medikamentöse Ansätze kombinieren. Besonders die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat sich als wirksam erwiesen, oft unterstützt durch Entspannungsverfahren. Ein wichtiger Teil der Therapie ist die Psychoedukation, bei der Patient*innen über ihr Krankheitsbild, dessen Ursprung und die Therapieerfolge aufgeklärt werden. Die Konfrontation mit der Angst, auch „Expositionsverfahren“ genannt, ist der effektivste Weg, Ängste zu überwinden. Statt das Wasser zu meiden, lernen Betroffene, sich der Angst zu stellen. Dies geschieht schrittweise und gut vorbereitet, um die Angst allmählich zu reduzieren. Mit jeder Konfrontation nimmt die Angst von selbst ab und flacht bei wiederholten Durchgängen immer weiter ab.