Nach Sicherheitslücke: Mann klaut 1 Million Dollar aus Geldautomaten

Jetzt muss er für zehneinhalb Jahre hinter Gitter

Kreditkarte vor Kartenleser

Mal eben zum Geldautomaten und um eine Million Dollar reicher? Was klingt wie ein morgendliches Hirngespinst, das uns nach dem Weckerklingeln heimsucht und uns vom Arbeiten abhalten will, wurde für einen 43-jährigen Programmierer nun zur Realität.

Er nutzte eine Sicherheitslücke aus, die wohl keinem anderen aufgefallen wäre – doch nun muss er dafür zehneinhalb Jahre hinter Gitter:

Zwei Bankautomaten, Frau am Geldautomat

Der kuriose Fall ereignete sich in China. Der 43-jährige Qin Q., der als hochrangiger Programmierer bei der chinesischen Bank Huaxia angestellt war, nutzte eine Sicherheitslücke für sich, um Bargeld am Automaten abzuheben, ohne dass dies auf seinem Konto verbucht wurde.

Wie die South China Morning Post berichtete, wurde er im Jahr 2016 auf die Unstimmigkeit aufmerksam und manipulierte das System derart, dass er um Mitternacht Geld abheben konnte, ohne dabei einen Alarm auszulösen. Das System schaltete zu der Zeit in einen Nachtmodus, woraufhin die Aufträge erst später vollständig gebucht wurden. Qin nutzte dabei ein Dummy-Konto der Bank, das normalerweise intern zu Überprüfungszwecken genutzt wurde.

Doch er beließ es nicht nur bei einem Mal:

Geldscheine aus Bankautomat

Bis Januar 2018 nutzte er den Trick 1358-mal für sich. Insgesamt trug er so rund sieben Millionen Yuan zusammen, was umgerechnet einer Million US-Dollar entspricht. Er investierte zum Teil in Aktien und zahlte das Geld auch auf sein Konto ein.

Als die Bank Wind von den dubiosen Aktivitäten ihres Mitarbeiters bekam, behauptete Qin zunächst, er habe den Fehler lediglich umfangreich untersuchen wollen. Dass Qin das Geld auch in Aktien anlegte und dementsprechend nicht nur im Sinne der Bank testete, war für die Behörden ein Grund, den 43-Jährigen zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren zu verurteilen – und das, obwohl der Angeklagte den vollen Betrag zurückzahlte.