Was bedeuten die Zahlen auf der Gehaltsabrechnung?

Jeden Monat bekommen wir sie ins Haus und meist verschwindet sie, ohne dass wir einen Blick darauf werfen, direkt in Schränken oder verstaubten Ordnern: Die Gehaltsabrechnung. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche Abzüge vorgenommen werden und für was die überhaupt sind.

Frau, Brille, Laptop, Handy
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In den meisten deutschen Haushalten wird zur Mitte oder zum Ende des Monats das langersehnte Gehalt auf das Konto überwiesen. Kurz danach flattert dann per Post die Verdienstbescheinigung ins Haus. Doch auf diese wird höchstens ein flüchtiger Blick geworfen, ob die ausgewiesene Summe mit dem überwiesenen Geldbetrag übereinstimmt. Ist das der Fall, verschwindet sie dann in den Untiefen unserer Aktenordner und Ablagesysteme. Auf Nimmerwiedersehen.

Doch manch einer sieht sich die Bescheinigung etwas genauer an. Und ärgert sich über die hohe Differenz zwischen Brutto und Netto. Wenn man jedoch dann versucht, nachzuvollziehen, was denn alles abgezogen wird und vor allem warum, scheitern die meisten. 

Auf den nächsten Seiten klären wir auf, was es mit der Verdienstbescheinigung auf sich hat...

Geld, Taschenrechner, Zettel, Stift
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Die Bruttobezüge

Hier wird das gesamte Brutto-Gehalt ausgewiesen. Enthalten sein können auch Sachbezüge, wie zum Beispiel eine Fahrkarte, die der Arbeitgeber bezahlt. Auch das zählt nämlich mit zum Brutto. Betragen die Sachbezüge nicht mehr als 44 Euro im Monat, so werden diese nicht versteuert.

Die Lohnsteuer

Die Lohnsteuer schmerzt am meisten, da sie oft den höchsten Abzug ausmacht. Die Höhe richtet sich dabei nach der Steuerklasse und der Höhe des Einkommens. Steuerklasse 1 gilt für alle, deren Familienstatus ledig ist. Klasse 2 gilt für Alleinerziehende, die Klassen 3 bis 5 gelten nur für Verheiratete. 

Die Kirchensteuer

Sollte man Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein, fällt die sogenannte Kirchensteuer an. Die Höhe richtet sich nach dem Bundesland, in dem man arbeitet und liegt bei 8 bis 9 Prozent.

Euro-Scheine und Münzen
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Der Solidaritätszuschlag

Er wird auch Soli genannt und soll der Finanzierung der deutschen Einheit dienen. Ganze 5,5 Prozent vom Brutto werden hier fällig.

Die Krankenversicherung

Nach den oben genannten steuerrechtlichen Abgaben, kommen die Sozialabgaben. In den meisten Fällen sind Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert. In diesem Fall liegt der Beitragssatz bei 14,6 Prozent. Davon trägt die Hälfte der Arbeitgeber. Zu den 7,3 Prozent, die man als Arbeitgeber abgeben muss, kommt je nach Krankenkasse ein Zusatzbeitrag hinzu. Dieser kann bis zu 1,6 Prozent betragen.

Die Rentenversicherung

Um im Alter einen Anspruch auf Rente zu haben, müssen Arbeitnehmer in die Rentenversicherung einzahlen. Der Beitragssatz liegt hier bei 18,6 Prozent. Da der Arbeitgeber wieder die Hälfte davon selbst trägt, bleiben 9,3 Prozent als Abzug.

Frau im Rollstuhl
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Die Arbeitslosenversicherung

Um für den Falle einer Arbeitslosigkeit abgesichert zu sein, werden 1,5 Prozent fällig. Der Gesamtbeitragssatz beträgt 3 Prozent, wird aber wieder mit dem Arbeitgeber geteilt.

Die Pflegeversicherung

Diese Versicherung stellt finanzielle Hilfe, falls man selbst einmal pflegebedürftig werden sollte. Hier werden insgesamt 2,55 Prozent eingezahlt. Je zur Hälfte, also 1,275 Prozent, vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Das Nettoeinkommen

Insgesamt entsprechen die Versicherungsbeiträge den sozialversicherungsrechtlichen Abzügen. Wenn diese und die steuerrechtlichen Abzüge von dem Bruttogehalt abgegangen sind, so kommt man auf das Nettoeinkommen. Dieser Betrag landet am Ende auf dem Konto des Arbeitnehmers. 

Die Summe aller Abzüge erscheint hoch, teilweise zu hoch. Und doch steckt dahinter immer ein Zweck, der auch dem Arbeitnehmer dienen soll. Wir hoffen, wir konnten etwas Klarheit in den Bürokratie-Wahnsinn bringen.