Dieser Junge überlebte seine eigene Abtreibung
Heute ist er erwachsen
Sein Vater beschloss, lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten und nannte seinen Sohn Tim. Er wurde direkt in die Intensivstation gebracht und musste dort monatelang versorgt werden. Da er neun Stunden lang nicht versorgt wurde, war Tim unterkühlt und sehr schwach. Die Ärzte gaben ihm nicht lange zu leben.
Doch Tim hatte Glück. Denn Familie Guido mit Simone und Bernhard Guido und zwei Kindern wollte ein Pflegekind aufnehmen. Sie wollten nach zwei Söhnen eigentlich ein Mädchen haben, das nicht behindert ist. Doch das Jugendamt rief an und fragte, ob sie sich nicht mal Tim anschauen wollten. Um ihr Gewissen zu beruhigen, wagten Simone und Bernhard also einen kurzen Besuch im Krankenhaus.
"Es war Liebe auf den ersten Blick!", sagt Simone Guido. Als sie in seine Augen sahen, wussten sie, dass Tim der Richtige für sie ist und sie fühlten, dass auch Tim sie als seine zukünftigen Eltern auserwählt hat. Also nahmen sie den Kleinen bei sich auf.
Doch es war für die Familie keine leichte Zeit. Die Ärzte gaben Tim nur ein Jahr zu leben. Er musste unzählige Male operiert werden, hatte Lungenentzündungen und viele andere Krankheiten. Aber er kämpfte weiter und seine neue Familie mit ihm. Der Verlag "adeoVerlag" veröffentlichte ein rührendes Video auf seinem Youtube Channel.
Tims leibliche Mutter hat die Ereignisse im Oldenburger Krankenhaus nicht verkraftet und verklagte den Arzt. Dieser musste ihr 13.000€ Schmerzensgeld zahlen. Sie lernte ihren Sohn nie kennen.
Sein leiblicher Vater jedoch besuchte die Guidos bis zum Tod seiner Frau vor einigen Jahren regelmäßig.
Simone und Bernhard Guido veröffentlichen ein Buch über das Leben ihres Sohnes. In "Tim lebt!"* erzählen sie von den Höhen und Tiefen ihres Familienlebens, wie sich Tim durch endlose Krankheiten und Operationen durchgekämpft hat und wieso ein Leben mit Down-Syndrom dennoch lebenswert ist.
"Als 'Oldenburger Baby' hat er Medizingeschichte geschrieben und wurde zum Symbol einer Debatte um späte Schwangerschaftsabbrüche und ihre rechtlichen und ethischen Konsequenzen. Aber dieses Buch ist kein Buch gegen Abtreibung - sondern ein Buch für das Leben. Es ist unser Geschenk zu Tims 18. Geburtstag."
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