Polizist rastet wegen Gaffern aus - jetzt geht das Video viral

So will er die Gaffer zum Umdenken bringen:

Polizist rastet wegen Gaffern aus - jetzt geht das Video viral
Quelle: IMAGO / blickwinkel

Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen wollen helfen, wenn sie einen Unfallort sehen. Die anderen wollen gaffen. Immer mehr Polizisten berichten demnach von Schaulustigen, die, sobald sie an einer Unfallstelle vorbeikommen, abbremsen, den Kopf aus dem Fenster halten oder, schlimmer noch, das Handy zücken, um Opfer und Fahrzeug zu fotografieren und zu filmen. Für Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Feucht (Bayern), ist das trauriger Alltag. 

Doch er hat, wie du auf den nächsten Seiten siehst, einen ganz besonderen Weg gefunden, um dreiste Gaffer zur Rede zu stellen und zum Umdenken zu bewegen – und genau dafür wird er jetzt im ganzen Netz gefeiert: 

Polizist rastet wegen Gaffern aus - jetzt geht das Video viral
Quelle: YouTube Screenshot

Vergangenen Dienstag ereignete sich auf der A6 bei Nürnberg ein schwerer Unfall, bei dem ein Lkw-Fahrer ums Leben kam. Mehrere Schaulustige hatten während der Fahrt abgebremst, waren in Schritttempo an der Unfallstelle vorbeigefahren und hatten dabei Smartphone oder Kamera gezückt, um das fatale Unglück zum Zwecke der eigenen Unterhaltung festzuhalten – ein trauriges, aber leider typisches Phänomen, wie Stefan Pfeiffer im Gespräch mit "Stern" berichtet. 

Doch Pfeiffer weiß, die dreisten Schaulustigen zu überführen: Er fordert Beamte, wenn immer es möglich ist, dazu auf, die Gaffer aufzunehmen, um ihr Fehlverhalten zu dokumentieren. Das sei trotz Personalmangel nötig, um die dreisten Unfall-Filmer einsichtig zu machen, so der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion. In einigen Fällen zieht er sie auch zu einer saftigen Standpauke aus dem Verkehr. So auch in dem viral gewordenen Video, das wir dir auf der letzten Seite zeigen:

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Die Gaffer, die die Leiche des 47-jährigen Lkw-Fahrer filmten, fordert Pfeiffer im Video auf, sich den Toten doch genauer anzusehen. 

"Sie wollen den Toten nicht sehen? Warum haben Sie dann Fotos gemacht? Los, kommen Sie und schauen Sie sich ihn aus der Nähe an! [...] Los, der Tote ist doch ihr Landsmann!", so Pfeiffer zu einem Lkw-Fahrer aus Ungarn. "Das ist durchaus mal eine Möglichkeit, die Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren. Einfach bloß 128,50 Euro zu verlangen und sie wieder weiterzuschicken, da bin ich mir relativ sicher, dass der Lerneffekt gering ist. Die müssen mal merken, was sie eigentlich tun," rechtfertigt er sich. 

Eine Herangehensweise, die, so heftig sie auf den ersten Blick auch sein mag, dem Beamten eine ganze Menge Respekt einbringen. Kein Wunder also, dass das Video aktuell in aller Munde ist.