Uralt: Mönch soll 109 Jahre alt sein - und geht auf TikTok viral
Luang Ta sorgt dank eines Videos seiner Enkelin für Aufsehen: Es verbreitet sich das Gerücht, dass der Mönch uralt sein soll. Was dahinter steckt:
Sokushinbutsu: So funktioniert die brutale Selbstmumifizierung
Der Sokushinbutsu-Prozess, praktiziert von Mönchen wie Kūkai, war äußerst opferreich und erstreckte sich über Jahre. Zuerst beschränkte sich der angehende Sokushinbutsu auf Nüsse, Samen und Blüten, begleitet von intensiver körperlicher Aktivität und Meditation, um Fett zu verbrennen und den Geist zu stärken. Danach folgte eine Phase mit Rinden- und Wurzelnahrung, begleitet von einem Brechreiz auslösenden Tee, der Parasiten abtötete. Einige praktizierten dieses Regime über die vorgeschriebenen 1000 Tage hinaus. Ein extremes Beispiel dauerte 20 Jahre.
In der finalen Phase verzichtete der Mönch auf Nahrung und trank nur salziges Wasser, bevor er lebendig in einen Sarg gelegt und begraben wurde. Über einen Bambushalm konnte er atmen und durch eine Glocke signalisieren, dass er noch lebte. Wenn die Glocke verstummte, wurde er von seinem Leiden erlöst. Nach drei Jahren wurde das Grab geöffnet. Nur makellos mumifizierte Körper wurden zu Sokushinbutsu erklärt und in gläsernen Schreinen ausgestellt. Diese Praxis war extrem selten und außerhalb der allgemeinen buddhistischen Lehren. Sie zeugte von tiefer Hingabe, erforderte aber auch ein tiefes Verständnis der körperlichen und spirituellen Aspekte des eigenen Seins und war mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden.
Wir sehen also, dass es sich bei der Mumifizierung um keinen Akt des Lebens, sondern des Sterbens handelt. Es ist unwahrscheinlich, dass der Mönch im Video zu dieser Sekte gehört. Das Video stammt außerdem aus Vietnam und nicht aus Japan.
Lebenserwartung: Wie alt können Menschen werden?
Immer wieder sind wir überrascht, wenn wir hören, dass Menschen sehr alt geworden sind. Besonders ein Alter, dass die 99 Jahre übersteigt, kommt uns unnormal vor. Denn meistens erleben wir in unserem Umfeld, dass Menschen deutlich früher sterben. Laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung liegt die Lebenserwartung in Deutschland bei Frauen bei 83,5 Jahren und bei Männern bei 78,8 Jahren.
Weltweit liegen zwei asiatische Orte bei der Lebenserwartung der Menschen ganz weit vorne: Im Jahr 2021 hatten Hongkong und Macau mit rund 85 Jahren die weltweit höchste durchschnittliche Lebenserwartung. Die beiden Sonderverwaltungszonen der Volksrepublik China liegen demnach im Ranking vor der Schweiz und Japan mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 84 Jahren.
Das ist jedoch immer noch nicht 163 Jahre.
Weltrekord: Sie sind bisher die ältesten Menschen der Welt
Du hast wahrscheinlich gemerkt, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer. Und auch die Rekordhalterinnen sind alle weiblich:
Platz 1 geht an Jeanne Calment aus Frankreich, die am 4. August 1997 im Alter von 122 Jahren und 164 Tagen verstorben ist.
Auf Platz 2 ist Sarah Knauss aus den USA, die am 30. Dezember 1999 im Alter von 119 Jahren und 97 Tagen verstorben ist.
Auf Platz 3 Nabi Tajima aus Japan, die am 21. April 2018 im Alter von 117 Jahren und 260 Tagen verstorben ist.
Die aktuell offiziell älteste Person der Welt ist María Branyas (Stand 29.09.2023). Sie ist 118 Jahre alt.
Offiziell der älteste Mensch der Welt
Maria Branyas Morera war eine spanische Supercentenarian und wurde am 4. März 1907 geboren. Seit dem Tod der Französin Lucille Randon im Februar 2023 ist Maria Branyas offiziell die älteste Person, die nachweislich auf der Welt lebt.
Ihr Leben ist wirklich ereignisreich, denn sie überlebte mehrere historische Ereignisse, darunter den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Spanische Grippe. Sie hatte drei Kinder, elf Enkelkinder, 13 Urenkel und eine Ururenkelin. Sie erlangte Medienaufmerksamkeit aufgrund ihres bemerkenswerten Alters und ihrer Lebensgeschichte. Sie wurde oft als inspirierendes Beispiel für ein langes und erfülltes Leben genannt. Im Alter erkrankte sie an Corona, doch sie konnte den Virus überleben.