So prüfen Einbrecher, ob du Zuhause bist

Du denkst, ein voller Briefkasten ist das einzige Zeichen, an dem Einbrecher erkennen, dass niemand zuhause ist? Heute stellen wir dir noch weitere vor.

Einbrecher*innen entwickeln immer wieder neue Maschen, um Opfer zu finden.
Quelle: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Gerade in der dunklen Jahreszeit häufen sich die Einbrüche bekanntermaßen. Dass du Urlaubsbilder erst posten solltest, wenn du wieder zuhause bist, hast du vielleicht schon in deiner Kindheit gelernt. Doch auch darüber hinaus haben Einbrecher so ihre Mittel und Wege, um vorübergehend leerstehende Häuser und Wohnungen zu erkennen. Sie beobachten beispielsweise, ob Briefkästen überfüllt sind oder ob Rollläden tagelang geschlossen bleiben. In diesem Artikel zeigen wir dir einige dieser Methoden und geben dir wertvolle Tipps mit auf den Weg, um dich, deine Familie und dein Eigentum effektiv zu schützen.

Späher*innen spionieren potentielle Opfer aus.
Quelle: IMAGO / ingimage

#1 Späher

Sie verhalten sich meistens unauffällig und wirken wie gewöhnliche Passant*innen, doch sind es meistens gerade die Späher*innen, die die wichtigen Informationen liefern. Sie halten sich auf dem Hausflur oder in der Nähe deines Grundstücks auf und beobachten dich. Dabei merken sie sich deinen Tagesablauf, vor allem die Zeiten, zu denen du nicht da bist. Kommst du eines Tages mit einem großen Koffer heraus, wissen sie, dass du höchstwahrscheinlich längere Zeit weg sein wirst. Was hier zählt, ist Aufmerksamkeit. Sobald du immer wieder dieselbe Person auf dem Flur triffst, wäre es ratsam, die Polizei und die Hausverwaltung zu informieren. Auch deine Nachbar*innen solltest du warnen. Hier gilt: Lieber einmal zu viel Alarm schlagen als einmal zu wenig.

Wenn dir jemand an der Tür Fragen stellt, solltest du misstrauisch sein.
Quelle: IMAGO / INSADCO

#2 Vertreter*innen

Es scheint zunächst ganz harmlos zu sein – es klingelt und du öffnest einer netten Person die Tür. Sie stellt sich vor und möchte dir für eine Marktforschung ein paar Fragen stellen. Hier sollten bei dir die Alarmglocken läuten. Zwar kann es tatsächlich sein, dass solche Umfragen gemacht werden, allerdings solltest du keine privaten Daten angeben.  Frage nach einem Ausweis oder Ähnlichem und sei dir bewusst, dass du die Tür jederzeit schließen kannst und darfst. Sollte die Person zu aufdringlich sein, rufe die Polizei.

Lesetipp: Miese Masche von Betrüger*innen im Netz.

Unangekündigte Dienstleister*innen sollten mit Vorsicht behandelt werden.
Quelle: IMAGO / Bihlmayerfotografie

#3 Vorgetäuschte Dienstleistung

In letzter Zeit haben sich Fälle gehäuft, in denen Leute von angeblichen Handwerker*innen oder Dienstleister*innen ausgeraubt wurden. Hier gilt die goldene Regel, dass du niemanden in dein Haus lassen solltest, der nicht angekündigt wurde. Selbst wenn die Person vor deiner Tür einen Ausweis haben sollte, kann dieser gefälscht sein. Wenn du ganz sicher sein möchtest, rufe die Firma an, für die die Person angeblich arbeitet, und erkundige dich, ob wirklich etwas bei dir gemacht werden muss. Im Zweifelsfall kannst du dich auch hier an die Polizei wenden.

Ein voller Briefkasten zeigt, dass das Haus aktuell leer steht.
Quelle: IMAGO / MiS

#4 Briefkasten

Dass deine Anwesenheit an deinem Briefkasten abgelesen werden kann, hast du ja bereits erfahren. Hier wird beobachtet, ob er regelmäßig geleert wird oder nicht. Einige Einbrecher*innen werfen sogar extra viele Prospekte oder Flugblätter ein und legen diese auch vor der Tür ab, um die Beobachtung zu erleichtern. Solltest du in letzter Zeit ungewöhnlich viel Werbung erhalten, ist der erste Schritt, die dahinterstehenden Firmen zu kontaktieren. Meistens gibt es eine Kontaktadresse, die darauf hinweist, wer für die Verteilung zuständig ist. Frage nach, wie es dazu kommen kann, und bitte um Unterlassung. Kommt es danach immer noch vor, solltest du auf der Hut sein.

Verdächtige Fahrzeuge sollten gemeldet werden.
Quelle: IMAGO / Kickner

#5 Ungewöhnliche Fahrzeuge

Gerade in Großstädten fahren täglich Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Autos an dir vorbei, ohne dass du sie richtig registrierst. Aufpassen solltest du, wenn es sich um Autos mit ortsfremden Kennzeichen handelt, die immer und immer wieder an deinem Haus vorbeifahren. Gerade wenn es sich um Lieferwagen ohne Firmenaufschrift handelt, solltest du wachsam sein. Auch in diesem Fall solltest du lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die Polizei informieren. Zusätzlich ist der Kontakt zu den Nachbar*innen sinnvoll, damit ihr alle die Gegend im Auge behalten und euch gegenseitig warnen und entwarnen könnt. Schließlich könnte es ja auch nur ein Umzugswagen sein.

Eine Türkette kann dich schützen.
Quelle: IMAGO / Steinach

#6 Nur mal kurz etwas leihen

Sie stellen sich als neue Nachbar*innen vor, die nur ein bisschen Mehl brauchen, oder bitten darum, kurz mit deinem Handy telefonieren zu dürfen, doch in Wahrheit wollen sie deine Wohnung sehen und vielleicht sogar direkt eindringen. Hier ist es sinnvoll, wenn du eine Kette oder Ähnliches an der Tür hast, die verhindert, dass sie ganz aufgedrückt werden kann, wenn du sie nur einen Spalt öffnest. Solltest du der Person helfen wollen, schließe immer die Tür, wenn du das Gewünschte holst. 

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#7 Markierungen

Du hast einen Aufkleber an der Tür oder an dem Klingelschild oder ein Stück Papier im Türspalt? Dann kann das ein eindeutiges Zeichen dafür sein, dass jemand dein Haus ausspäht. Werden diese Dinge nicht zeitnah entfernt, denken Einbrecher, dass niemand da ist. Kontrolliere deine Tür deshalb regelmäßig. Lege dir zur Vorsicht ein gutes Schloss zu.  Einbrecher können günstige Schlösser nämlich meist innerhalb kürzester Zeit aufbrechen.  Auch durchsichtige Klebestreifen werden gerne als Markierungen genutzt, auch an Stellen wie der Unterseite der Tür. Schaue also auch da regelmäßig nach und tue wiederholte Auffälligkeiten nicht als Lappalie ab.

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#8 Gaunerzinken

Sie wurden schon im Mittelalter verwendet und sind auch heute noch bekannte Geheimzeichen von Einbrecher*innen und Drücker*innen. Mit diesen Zeichen geben sie sich Hinweise über den Wohlstand der Personen im Haus und mögliche Gefahren beim Einbruch. Meistens sind es Späher*innen, die Gaunerzinken in die Wand einritzen, mit Kreide aufmalen oder mit Steinen legen. Je nachdem, wie das Zeichen aussieht, kann es beispielsweise zeigen, dass eine alleinstehende Frau dort wohnt oder sich ein Einbruch nicht lohnt. Auch vor bissigen Hunden oder besonders aufmerksamen Nachbarn kann gewarnt werden. Erkennst du ein solches Zeichen wieder, solltest du ohne Umschweife die Polizei informieren.

Krümel auf dem Flur sind eindeutige Warnzeichen.
Quelle: IMAGO / imagebroker

#9 Kekse

Ja, auch ein paar einfache Krümel auf dem Hausflur können Gefahr bedeuten. Genauer gesagt werden bei dieser Masche Kekse unter die Fußmatten gelegt. Trittst du auf sie drauf, zerbröseln sie und zeigen den Einbrecher*innen damit, dass du zu Hause bist. Wenn nicht, sehen sie den unversehrten Keks und haben ein neues Ziel. Fällt dir ein Keks oder auch nur ein paar Krümel auf, mache ein Foto, entferne sie und informiere im Anschluss die Polizei. Sage auch deinen Nachbar*innen Bescheid, damit auch sie wachsam sind.

Drohnen können zum Spionieren genutzt werden.
Quelle: IMAGO / SOPA Images

#10 Drohnen

Das Fliegen mit Drohnen ist nur unter bestimmten Bedingungen und teilweise ausschließlich mit Genehmigung erlaubt. Summt es regelmäßig über deinem Grundstück, können dies Späher sein, die deinen Tagesrhythmus aus der Luft überwachen. Gleichzeitig finden sie so Schwachstellen, mögliche Fluchtwege und haben auch die Nachbarhäuser direkt im Blick. Dass die meisten Drohnenflüge gemeldet sein müssen, kannst du zu deinem Vorteil nutzen: Frage einfach bei der zuständigen Behörde nach, ob die Drohne gemeldet ist. Falls nicht, kannst du direkt der Polizei Bescheid sagen.

Lesetipp: An diesen Orten solltest du dein Geld nicht aufbewahren.

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