Account-Sharing: Will Netflix das Teilen von Accounts unterbinden?
Das Account-Sharing ist Netflix schon seit einer Weile ein Dorn im Auge. Mit den Strategien versucht der Streaming-Dienst das Teilen zu unterbinden
Im Frühjahr 2022 startete der Streaming-Dienst sogar einen Probelauf, bei denen alle zur Kasse gebeten werden, die ihren Account teilen. Die Strategie funktioniert wie folgt: In den Ländern Argentinien, El Salvador, Guatemala, Honduras und der Dominikanischen Republik wird der Netflix-Account immer mit einem Fernseher oder mit einem mit dem TV-verbundenen Gerät verknüpft. Das heißt der Account ist mit einem Gerät verbunden, das dem primären Zuhause zugeordnet ist. Wenn man sich allerdings außerhalb dieses Zuhauses einloggt, ploppt ein Fenster auf, das dir mitteilt, dass du ein zusätzliches Zuhause gegen eine Gebühr hinzufügen kannst. Die Nutzung von Netflix auf dem neuen Gerät ist dann zwei Wochen lang ohne Aufpreis möglich, außer man hat das Konto bereits innerhalb eines Jahres damit verknüpft. Wenn das Gerät allerdings länger als zwei Wochen genutzt wird, sperrt Netflix den TV.
Mit der Extra-Gebühr können Nutzer bis zu zwei zusätzliche Personen außerhalb ihres Haushaltes in ihr Abo mit aufnehmen. Diese erhalten dann auch ein eigenes Profil mit Logindaten. Kostenpunkt: umgerechnet 1,92 Euro in Peru, 2,71 Euro in Costa Rica und 3,27 Euro in Chile.
Netflix zieht in Deutschland Konsequenzen
Leider ist es jetzt bald auch bei uns soweit. Nach erfolgreicher Testung in anderen Ländern soll das Account-Sharing nun auch hierzulande eingestellt werden. Für 2023 hat das Unternehmen jetzt dem kostenlosen Streamen den Kampf angesagt. So soll jedes Unterkonto in Zukunft 2,99 Euro im Monat extra kosten. Damit ist es dann möglich, dass auch Personen, die nicht im Haushalt leben Zugriff auf den Netflix-Account erhalten. Es wird für viele Kunden also nun deutlich teurer. Damit die Abonnenten nicht zurückgehen, führt Netflix jetzt ein vergünstigtes Abomodell mit Werbeunterbrechungen ein. Dies kostet 4,99 Euro im Monat und soll ab dem 3. November in Deutschland verfügbar sein. Zu Beginn sollen die Werbespots dann 15 oder 30 Sekunden lang sein und während oder vor den Serien und Filmen laufen. Das würde bedeuten, dass vier bis fünf Minuten Werbung pro Stunde eingeblendet werden.
Der Musikstreaming-Dienst Spotify macht ein wenig anders: Er bittet Kunden stichprobenartig um Nachweise, dass sie tatsächlich alle zusammen wohnen. Im Vorfeld hatte Spotify das Problem mittels GPS-Tracking beheben wollen, die Methode allerdings aufgrund von Privatsphäre-Problemen auf Eis gelegt. Ein weiteres Vorbild könnte Apple sein, denn das Unternehmen erlaubt es nur, mehrere unabhängige Accounts zu einer Familie zusammenzuschließen und so das Account-Sharing zu unterbinden. Sky Go handhabt die Sache noch radikaler. Dort ist es ohne ein zusätzliches Abo überhaupt nicht möglich auf mehreren Geräten gleichzeitig zu schauen.