Account-Sharing: Will Netflix jetzt das Teilen von Accounts unterbinden?

Darauf müssen wir uns jetzt gefasst machen.

Man erkennt einen Netflix-Account und verschiedene Serien und Filme auf einem Laptop

Viele von uns erfreuen sich fast täglich an ihrem Neflix-Abo. So kann man unzählige Filme, Serien und Dokumentationen vor dem heimischen Fernseher bestaunen, ohne am Ende des Monats völlig pleite zu sein. Denn Netflix bietet Abonnements an, die es erlauben, auf bis zu vier Geräten gleichzeitig Filme zu schauen. Das verleitet die Nutzer natürlich dazu, sich einen Account mit Freunden oder gar Fremden zu teilen. Es gibt nur einen Account, aber gleich vier Leute können ihn nutzen und sich die Kosten dementsprechend teilen.

Netflix könnte diesem Account-Sharing aber bald ein Ende setzen. Denn sie wollen endgültig gegen die Mehrfachnutzung vorgehen. 

Was sie geplant haben und warum, siehst du im Folgenden. 

Auf dem Bild sind ein Laptop und ein I Pad, auf diesen ist ein Netflix-Account geöffnet

Dem Unternehmen gehen durch das Teilen der Accounts monatlich mehr als hundert Millionen Dollar verloren. Gleichzeitig stagnieren die Nutzerzahlen. Zwar bietet Netflix selbst die Option einer Nutzung auf mehreren Geräten an, allerdings soll dies eigentlich nur auf den eigenen Haushalt beschränkt werden. In den Nutzungsbedingungen heißt es: ,,Der Netflix-Dienst und sämtliche Inhalte [...] dürfen nicht mit Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, geteilt werden."

Anfangs wollte Netflix nicht aktiv gegen das Account-Sharing vorgehen, die Betreiber sehen sich allerdings vor zunehmender Konkurrenz immer häufiger mit Problematik konfrontiert. Im November gehen beispielsweise der Streaming-Dienst von Apple, sowie Disney+ online. 

Wie sie die Mehrfachnutzung nun unterbinden wollen, siehst du auf der nächsten Seite.

Man sieht einen Mann, der sowohl auf seinem Tablet als auch im Fernseher Netflix schaut

Neflix-Chief Product Officer Greg Peters äußerte sich kürzlich in einem Interview, dass man das Problem im Auge behalten sollte und sie eine ,,verbraucherfreundliche Lösung" finden würden. Ob die Maßnahme tatsächlich so verbraucherfreundlich sein wird, bleibt abzuwarten. Zunächst müssten die Betreiber eine Antwort auf die Frage finden, wie man kontrolliert, wer sich überhaupt im gleichen Haushalt und an demselben Standort befindet. Da Netflix auch mobil abrufbar ist, könnte sich die Nachverfolgung durchaus schwierig gestalten. 

Andere Streaming-Dienste gehen bereits gegen das Account-Sharing vor.

Man erkennt zwei Geräte auf denen Spotify geöffnet ist, ein Musikstreaming-Dienst

Der Musikstreaming-Dienst Spotify macht es bereits vor: Er bittet Kunden stichprobenartig um Nachweise, dass sie tatsächlich alle zusammen wohnen. Im Vorfeld hatte Spotify das Problem mittels GPS-Tracking beheben wollen, die Methode allerdings aufgrund von Privatsphäre-Problemen auf Eis gelegt. Ein weiteres Vorbild könnte Apple sein, denn das Unternehmen erlaubt es nur, mehrere unabhängige Accounts zu einer Familie zusammenzuschließen und so das Account-Sharing zu unterbinden. Sky Go handhabt die Sache noch radikaler. Dort ist es ohne ein zusätzliches Abo überhaupt nicht möglich auf mehreren Geräten gleichzeitig zu schauen.

Was uns als ,,Account-Sharing-Übeltäter" auch bevorstehen mag, wir hoffen, es kommt erst in sehr entfernter Zukunft auf uns zu.