Miese Masche: Betrüger im Netz
So erkennst du fiese Klickfallen und schützt dich vor der neuesten Abzocke im Netz, bevor die Betrüger dein Vertrauen ausnutzen können.
Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir shoppen online, erledigen Bankgeschäfte, flirten auf Dating-Apps oder verkaufen gebrauchte Dinge auf verschiedenen Plattformen. Doch genau dort, wo wir uns eigentlich sicher fühlen, schlagen Betrüger*innen im Netz zu. Online-Betrug nimmt seit Jahren zu und die Maschen werden immer raffinierter.
Phishing: Der Klassiker unter den Betrugsarten
Eine der häufigsten Betrugsarten ist Phishing. Dabei erhalten Opfer E-Mails, SMS oder Nachrichten, die scheinbar von Banken, Paketdiensten oder bekannten Unternehmen stammen. Oft heißt es: „Ihr Konto wurde gesperrt“ oder „Bitte bestätigen Sie Ihre Daten“. Wer auf den Link klickt, landet auf täuschend echt aussehenden Webseiten. Dort eingegebene Passwörter oder Kreditkartendaten landen direkt bei den Betrüger*innen. Oft wird aber auch das Vertrauen zu Familie oder Freund*innen ausgenutzt, um an Daten oder Geld zu gelangen. Wir schauen uns nun einige Fallbeispiele an:
#1 Die neue Masche: Voice Cloning
Stell dir vor, dein Telefon klingelt. Eine unbekannte Nummer. Du gehst ran und sagst ganz normal: „Hallo, wer ist da?“. Am anderen Ende bleibt es still, nach ein paar Sekunden wird aufgelegt. Klingt nervig, aber harmlos? Leider nein. Das könnte der Moment gewesen sein, in dem deine Stimme „gestohlen“ wurde.
Früher wollten Betrüger*innen dich nur zu einem „Ja“ locken, um dir einen Vertrag unterzujubeln. Heute jagen sie nach deiner Stimme. Dank Künstlicher Intelligenz (KI) reichen den Täter*innen schon ein paar Sekunden von deinem „Hallo“, um deine Stimme fast perfekt zu kopieren.
Das Ziel: Ein Schock-Anruf bei deiner Familie. Deine Mutter oder dein Partner hört plötzlich deine Stimme am Telefon, die verzweifelt um Geld bittet, weil du angeblich einen Unfall hattest. Da die Stimme täuschend echt klingt, greifen viele in der Panik zum Geldbeutel.
#2 Push-Benachrichtigungen
Eine neue, perfide Betrugswelle rollt Anfang März 2016 derzeit über deutsche Sperrbildschirme, vor der die Expert*innen der Stiftung Warentest eindringlich warnen: Speziell Nutzer*innen von Xiaomi-Smartphones, wie etwa dem Modell Redmi 15, geraten ins Visier manipulierter Systemmeldungen.
Die Kriminellen kapern den vorinstallierten Mi-Browser, um gefälschte Push-Benachrichtigungen zu versenden, die täuschend echt wie Eilmeldungen seriöser Portale wie der „Tagesschau“ oder des „Heute-Journals“ wirken.
Mit reißerischen Schlagzeilen über Prominente wie Barbara Schöneberger oder Politiker wie Friedrich Merz locken sie die Opfer auf professionell gestaltete Phishing-Seiten. Dort werden unter dem Deckmantel staatlicher Seriosität sensible Kreditkartendaten abgegriffen oder Nutzer*innen in dubiose Anlagegeschäfte verwickelt.
Das Besondere an dieser Masche ist der psychologische Effekt: Da die Meldungen direkt als Systembenachrichtigung erscheinen, ist die natürliche Wachsamkeit der User*innen deutlich herabgesetzt. Der Hersteller räumte bereits ein, dass interne Sicherheitsfilter versagt haben. Als sofortige Schutzmaßnahme wird dringend empfohlen, die Benachrichtigungsrechte des Mi-Browsers in den Systemeinstellungen komplett zu entziehen oder einen alternativen Browser als Standard festzulegen.