Vermisstenfälle, die erst nach Jahren aufgeklärt wurden
Die Vermisstenfälle haben die Menschen über Jahre beschäftigt. Bis sie schlussendlich aufgeklärt wurden! So auch das Verschwinden von Georg Koppelstätter
Für Eltern ist es der größte Schmerz, den man sich nur vorstellen: Ein Kind verschwindet und man sieht es niemals wieder. Man weiß nicht, ob es sich verlaufen hat, ob es einen Unfall hatte, ob ihm etwas angetan wurde, ob es noch lebt oder verstorben ist. Diese schreckliche Erfahrung mussten auch die Eltern von Georg Koppelstätter im Jahr 1943 in Österreich machen. Ihr Sohn verschwand auf einem Ausflug in den Bergen und wurde nie mehr gesehen. Jahrzehnte lang galt der Vermisstenfall als ältester Österreichs. Erst im Jahr 2018 sollte er geklärt werden.
Georg Koppelstätter: Ein Ausflug mit fatalen Folgen
Reisen wir zurück in eine andere Zeit, vor 82 Jahren. Es war der 26. Dezember 1943. Insgesamt starten acht Mädchen und Jungen in St. Martin im Innkreis (Oberösterreich, Österreich) und wandern in der klirrenden Kälte zu einer einsamen Hütte im Höllengebirgen. So berichtet es die österreichische Zeitung Krone. Dort wollten die Freunde gemeinsam den 17. Geburtstag ihres Freundes Georg Koppelstätter feiern. Georg, der von seinen Freunden auch liebevoll „Schorschi“ genannt wurde, hatte schon immer die idyllische Abgeschiedenheit bevorzugt, sodass die Hütte der perfekte Ort für das Fest im kleinen Kreise war.
Eine Trennung, die alles ändert
Die Freunde fuhren vormittags von St. Martin aus mit dem Zug nach Ebensee. Dabei hatten sie ihre Skiausrüstung, warme Kleidung, ein paar Flaschen Most sowie belegte Brote im Gepäck. Schließlich ging es mit der Seilbahn zu einer Bergstation. Von diesem Punkt aus, wanderte die Gruppe zur „Rieder Hütte“. Selbstverständlich hatten die Eltern bedenken, ihre Kinder alleine losziehen zu lasen. Schließlich war kein Erwachsener bei dem Ausflug dabei. Doch Georgs Vater hatte seine Frau schließlich überzeugt, dass die Kinder nun alt genug seien, ein paar Tage auf einer Hütte zu verbringen.
Verschwunden ohne Spur
Als die Gruppe in der Hütte angekommen war, stellte Georg fest, dass er seine Ziehharmonika in der Bergstation vergessen hatte. Er machte sich mit seinen Skiern auf den Weg, um diese zu holen. Zu dieser Zeit war das Wetter traumhaft. Die Sonne schien und sie sollte noch ein paar Stunden am Himmel stehen. Doch die Freunde warteten und warteten auf seine Rückkehr. Schließlich musste sie ohne ihren Freund, dessen Geburtstag sie doch zusammen feiern wollten, ins Dorf zurückkehren. Dennoch kam Georg nie zurück. Behörden, Familie und Freunde suchten verzweifelt nach dem 17-Jährigen.
Eine lange Suche in Winter, Schnee und Kälte begann. Eine Suche, die jedoch niemals den Jungen oder seine Habseligkeiten finden konnte.