Ibuprofen erhöht Risiko für Herzstillstand

Ibuprofen ist für viele das bevorzugte Mittel gegen Kopfschmerzen. Aber bist du dir bewusst, dass das ein Risiko für dein Herz darstellen kann?

Ärztin misst den Blutdruck eines Patienten
Quelle: IMAGO / Westend61

Hand aufs Herz: Wer kennt es nicht? Der Tag war lang und voller Kopfzerbrechen, da hilft nur noch eine Ibuprofen, um die Kopfschmerzen zu lindern. Kaum eingenommen, hört das Brummen endlich auf und wir haben das Gefühl, die Erlösung gefunden zu haben. Viele Leute greifen zu Schmerzmitteln, ohne eindringlich darüber nachzudenken. Gerade rezeptfreie Schmerztabletten sind bei den Deutschen sehr beliebt, denn wo soll schon das Risiko liegen, wenn sie rezeptfrei erhältlich sind?

So hoch kann die Dosierung ja auch nicht sein, dass ernsthafte Nebenwirkungen eintreten können, oder?

Pillen fallen aus einer Flasche
Quelle: IMAGO / agefotostock

Arzneimittel wie Ibuprofen gehören zur Gruppe der nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID). Das bedeutet, dass sie neben dem alltäglichen Gebrauch auch zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen sowie zur Blutverdünnung eingesetzt werden können. Dennoch ist die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln nicht ohne Risiko, wie eine Studie herausgefunden hat: Untersucht wurde dabei die Gefahr eines Herzstillstandes im Zusammenhang mit der Einnahme der Entzündungshemmer Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Rofecoxib und Celecoxib.

Zwischen 2001-2010 wurden dafür rund 29.000 Patienten, die in der Zeit einen Herzstillstand erlitten haben, von  Gunnar Gislason und seinen Kolleg*innen des Universitätskrankenhauses Gentofte in Dänemark untersucht. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass mehr als 11 Prozent der Leute regelmäßig besagte Schmerzmittel eingenommen haben. 

Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Herzstillstandes, wenn wir nur hin und wieder eine Schmerztablette einwerfen?

Frau hält Tabletten und ein Glas Wasser in den Händen
Quelle: IMAGO / Science Photo Library

Das Ergebnis der Studie ist erschreckend: So kann die Gefahr eines Herzstillstandes um bis zu 31 Prozent bei Ibuprofen und sogar bis zu 50 Prozent bei Diclofenac ansteigen. Mit entsprechenden Vorerkrankungen solltest du dich bei solchen Angelegenheiten also besser vorher von deinem Arzt bzw. deiner Ärztin beraten lassen, um zu schauen, ob es vielleicht bessere Optionen gibt. Aber auch kerngesunde Menschen sollten nicht übermäßig zu schmerzlindernden Medikamenten greifen, wenn sie diese in der Situation nicht für absolut notwendig halten. Manchmal ist eben doch weniger mehr. 

Auch Gislason empfiehlt zu anderen Mitteln zu greifen, die ebenfalls hilfreich sind und deutlich wenigere oder teilweise sogar keine Nebenwirkungen aufweisen. So können unter anderem die Haushaltsmittel Ingwer als schmerzstillend und entzündungshemmend sowie in geringerem Maße Kaffee (Koffein) z. B. bei Kopfschmerzen helfen.