Ein Schlaganfall kündigt sich an: 10 Symptome

Ein Schlaganfall kann tödlich sein. Umso wichtiger ist, die unscheinbaren Symptome schnell zu erkennen. Wir zeigen, wann man dringend handeln sollte.

Bei einem Schlaganfall erfolgt der Transport ins Krankenhaus mit dem Rettungswagen.
Quelle: IMAGO / Future Image

Ein Schlaganfall trifft Deutschland fast im Minutentakt: Rund 270.000 Mal pro Jahr setzt das Gehirn einen Notruf ab. Entgegen dem Klischee trifft es nicht nur Senioren – auch wenn das Risiko mit dem Alter steigt, sind jüngere Menschen nicht immun. Oft kündigt sich die Gefahr durch eine TIA (Mini-Schlaganfall) leise an, bevor der Ernstfall eintritt. Wissen rettet hier Leben. Damit du im Notfall blitzschnell reagieren kannst, haben wir die wichtigsten Warnsignale zusammengefasst. An diesen Anzeichen erkennst du einen Schlaganfall sofort.

Halbseitige Lähmungen sind typische Symptome eines Schlaganfalls.
Quelle: IMAGO / Jochen Tack

#1 Halbseitige Lähmungserscheinungen

Plötzliche Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite ist ein klares Anzeichen für eine gestörte Durchblutung im Gehirn. Am häufigsten sind Arme und Beine betroffen. Betroffene spüren, dass sie ein Glas nicht mehr sicher halten können oder dass ein Bein beim Gehen nicht mitkommt. Bei einer TIA verschwinden die Ausfälle fast immer vollständig innerhalb kürzester Zeit. Trotzdem ist eine vorübergehende Lähmung ein Warnzeichen und sollte eine medizinische Untersuchung nach sich ziehen. Verschwindet die Lähmung nicht, kann sie Anzeichen eines großen Schlaganfalls sein und bedarf sofortiger Hilfe durch medizinisches Fachpersonal.

Akut auftretender Schwindel kann eine Durchblutungsstörung ankündigen.
Quelle: IMAGO / Zoonar II

#2 Starker Schwindel

Viele Betroffene berichten von einem akut auftretenden, sehr intensiven Schwindel, der Anzeichen einer Durchblutungsstörung im Gehirn sein kann. Klassisch sind Dreh- oder Schwankschwindel. Viele Betroffene können während der akuten Phase kaum stehen oder gehen Besondere Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn der Schwindel ohne erkennbare Ursache auftritt (wie z. B. Ohrenbeschwerden, Alkoholkonsum, Medikamentennebenwirkungen) und von neurologischen Beschwerden wie Lähmungen, Sprachstörungen und Sehstörungen begleitet wird. Schwindel kann auch viele andere Ursachen haben. Eine Abklärung sorgt aber für Sicherheit und emotionale Beruhigung. Steckt keine TIA dahinter, lassen sich die Beschwerden meist gut behandeln.

Plötzlich auftretendes Kribbeln und Taubheit können Anzeichen eines Schlaganfalls sein.
Quelle: IMAGO / HalfPoint Images

#3 Taubheitsgefühle

Ein pelziges Empfinden im Gesicht oder in den Extremitäten tritt bei Durchblutungsstörungen im Gehirn recht häufig auf. Typisch ist, dass die Beschwerden akut und aus der Ruhe heraus auftreten. Manche Betroffene schildern, dass sich Hautpartien wie „eingeschlafen“ anfühlen, ohne dass es hierfür einen Auslöser gegeben hat. Auch hier kann eine TIA dahinterstecken, die die Symptome in Kürze wieder verschwinden lässt. Durch diese schnelle Besserung neigen Patient*innen dazu, die Situation zu unterschätzen, obwohl ein ernsthafter Hintergrund nicht in Gänze ausgeschlossen ist.

Gangunsicherheit kann ein ernstes Anzeichen für eine nerologische Störung sein.
Quelle: IMAGO / Paul von Stroheim

#4 Gangunsicherheit

Wenn du plötzlich nicht mehr geradeaus gehen kannst oder das Gleichgewicht beim Laufen verlierst, ist das ein ernstes Anzeichen einer neurologischen Störung. Betroffene erzählen von unsicheren Schritten und einem schwankenden Körper, obwohl kein Alkohol konsumiert wurde. Diese Symptome entstehen, wenn die für Koordination und Bewegungssteuerung zuständigen Bereiche des Gehirns betroffen sind. Bei einer TIA verschwindet die Gangunsicherheit oft schnell wieder, bei einem großen Schlaganfall bleibt sie bestehen. Oft ist im Nachklang Physiotherapie notwendig, um sicheres Gehen wieder zu ermöglichen.

Wenn das Gleichgewicht verloren geht, kann die Hirndurchblutung schuld sein.
Quelle: IMAGO / BSIP

#5 Gleichgewichtsstörungen

Obwohl Gleichgewichtsstörungen gern mit Gangunsicherheit verwechselt werden, gibt es einen Unterschied. Wenn das Gleichgewicht gestört ist, tritt bereits im Sitzen und Stehen ein instabiles Gefühl auf. Für Patient*innen kann es sich anfühlen, als würden sie auf einem schwankenden Schiff sitzen. Sie müssen sich festhalten, weil sie sonst das Gefühl haben, zur Seite zu kippen. Ursache kann eine gestörte Durchblutung im Gleichgewichtsbereich des Gehirns sein. Alternativ kommt aber auch eine Ohrenerkrankung in Betracht. Da die Beschwerden bei einer TIA sehr plötzlich kommen und ebenso schnell wieder verschwinden, ist Aufmerksamkeit geboten. Eine Abklärung bei der Ärztin oder dem Arzt ist wichtig.

Wenn plötzlich die Worte fehlen, ist an einen Schlaganfall zu denken.
Quelle: IMAGO / Dreamstime

#6 Wortfindungsstörungen

Eines der typischen neurologischen Symptome sind Wortfindungsstörungen. Patient*innen suchen verzweifelt nach Wörtern, um sich auszudrücken. Dieses Anzeichen kann auf eine vorübergehende Störung der Gehirnfunktion hindeuten. Die betroffenen Personen wissen, was sie sagen möchten, finden aber die passenden Worte nicht oder verwechseln die Begriffe. Gespräche wirken ganz plötzlich stockend oder unverständlich. Selbst wenn die Schwierigkeiten nach wenigen Minuten wieder verschwunden sind, sollten sie ernst genommen werden. Hier liegt ein klares Anzeichen für eine kurzfristige Störung vor, die möglicherweise als Warnzeichen für den Schlaganfall dient.

Ist die Sprache undeutlich, kann eine TIA verantwortlich sein.
Quelle: IMAGO / Dreamstime

#7 Verwaschene Sprache

Oft fehlen nicht nur die Worte, sondern auch die Aussprache geht verloren. Betroffene klingen undeutlich, manchmal werden sie mit Betrunkenen verwechselt. Wörter werden plötzlich unklar artikuliert, Silben verschwinden oder werden unnatürlich betont. Ursächlich kann hier eine gestörte Muskelsteuerung im Rachen- und Mundbereich verantwortlich sein. Wenn eine TIA als Auslöser vorliegt, verschwindet das Störungsbild oft innerhalb kürzester Zeit wieder und gerät in Vergessenheit. Das ist ein Fehler, denn solche Anzeichen können auf einen drohenden Schlaganfall hindeuten. Eine ärztliche Abklärung ist bei allen Anzeichen des Sprachverlusts Pflicht.

Plötzliche Sehstörungen können auf eine TIA oder einen Schlaganfall hindeuten.
Quelle: IMAGO / Jochen Tack

#8 Sehstörungen allgemein

Sehstörungen gehören zu den häufigsten Warnzeichen, die im Zusammenhang mit einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im Gehirn auftreten können. Betroffene berichten von Einschränkungen des Sichtfelds, einem plötzlichen Ausfall der Sehleistung oder von einem grauen Schleier. Die Beschwerden können bereits nach wenigen Minuten vollständig verschwinden, was typisch für eine transitorische ischämische Attacke ist. Gerade weil die Symptome schnell wieder verschwinden können, werden sie oft unterschätzt. Andererseits gibt es für Sehstörungen auch viele andere Gründe, sodass eine Untersuchung immer hilfreich ist.

Akut auftretende, starke Kopfschmerzen treten bei Hirnblutungen auf.
Quelle: IMAGO / Westend61

#9 Starke Kopfschmerzen

Plötzlich einsetzende und ungewöhnlich starke Kopfschmerzen können ebenfalls ein Warnsignal sein. Kopfschmerzen sind nicht selten. Wenn sie sich aber von den bisher bekannten Beschwerden unterscheiden, ist Aufmerksamkeit geboten. Wer betroffen war, schildert die Beschwerden als „Donnerschlaggefühl“ von außergewöhnlicher Intensität, oft in Kombination mit neurologischen Anzeichen. Bei extremen Kopfschmerzen kann eine akute Hirnblutung dahinterstecken, die einen ischämischen Schlaganfall auslösen kann. Selbst ohne Schlaganfall ist die Hirnblutung hochgefährlich und erfordert sofortiges Eingreifen durch die Ärztin oder den Arzt.

Wenn der Mundwinkel herunterhängt, ist es Zeit für den Notruf.
Quelle: IMAGO / ingimage

#10 Hängender Mundwinkel

Ein herunterhängender Mundwinkel ist eines der bekanntesten Anzeichen einer möglichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Betroffene und Angehörige bemerken, dass eine Gesichtshälfte weniger beweglich ist oder beim Lächeln deutlich nach unten zieht. Ursächlich ist eine vorübergehende Nervenstörung, die für die Steuerung der Gesichtsmuskulatur verantwortlich ist. Im Rahmen einer TIA können die Beschwerden nach kürzester Zeit wieder verschwinden, sind aber trotzdem ein Warnzeichen. Durch rechtzeitige Abklärung kann bei kurzfristigen Beschwerden ein späterer Schlaganfall mit Glück verzögert oder sogar verhindert werden.

Wichtig: Auch ein Herzinfarkt kündigt sich mit eindeutigen Symptomen an.

Lass deine Cholesterinwerte bestimmen
Quelle: IMAGO / Zoonar

Blick auf Cholesterin: Schlaganfall vorbeugen

Ein Schlaganfall lässt sich in vielen Fällen vorbeugen, indem man auf seinen Cholesterinspiegel achtet. Ein erhöhter Cholesterinwert kann Ablagerungen in den Blutgefäßen fördern und dadurch das Risiko für Durchblutungsstörungen erhöhen. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig die Werte kontrollieren zu lassen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte helfen dabei, den Cholesterinspiegel zu senken. Gleichzeitig sollten gesättigte Fette und stark verarbeitete Lebensmittel reduziert werden. Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle, denn sie unterstützt das Herz-Kreislauf-System. Wer zusätzlich auf Rauchen verzichtet und Stress reduziert, kann sein Risiko weiter verringern. So trägt ein gesunder Lebensstil entscheidend dazu bei, einen Schlaganfall langfristig zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern im Alltag.

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Pinterest Pin Achtung: Diese 10 Warnzeichen könnten auf einen Schlaganfall hinweisen