Mann aus Trier schreibt eigene Traueranzeige
Offen, ehrlich und nachtragend. So inszenierte dieser Mann aus Trier seine eigene Traueranzeige. Eine mehr als ungewöhnliche Aktion ...
Ganz freimütig gesteht der Bruder des Verstorbenen in dieser Traueranzeige beispielsweise, dass er ihn selbst kaum kannte. Ebenso räumt er ein, dass er nicht viel Kontakt zu anderen Menschen hatte und ein schwieriges Dasein gefristet hat. Zudem hinterfragt er sich selbst, ob er womöglich mehr auf ihn hätte aufpassen müssen.
Das ist natürlich ziemlich ungewöhnlich, dass ein Angehöriger so ehrlich die schwierigen Seiten eines Lebens, das zu Ende geht, darstellt und nicht schönt. Auch, dass sich Angehörige selbst hinterfragen und dies offen einräumen, ist keineswegs die Regel, wenn man zur Anteilnahme für einen Angehörigen anhalten möchte.
Sein Bruder gesteht beispielsweise auch, dass sein verstorbener Bruder bereits keine einfache Kindheit gehabt hätte, denn er wurde als Kind „wegen seiner Schüchternheit schikaniert.“ Und auch als „Erwachsener passte er nicht ins Bild“.
Des Weiteren habe er sich auch beruflich wohl nicht richtig verwirklichen können, denn er putzte sieben Tage in der Woche in einer Bingo-Halle, um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Alles in allem klingt das auf jeden Fall nach einem schweren Leben. Gerade deshalb und wegen ihrer Ehrlichkeit ging diese Traueranzeige im Internet wohl viral.
Einige hinterfragten die Motive des Bruders und kritisierten, dieser sei vor allem darauf aus Klicks zu generieren. Sie hatten Zweifel an der aufrichtigen Anteilnahme und den geäußerten Beweggründen des Bruders, seinem verstorbenen Bruder gedenken zu wollen. Letztlich lässt sich das aber natürlich schwer klären oder beweisen. Doch zumindest erhielt diese Form der Traueranzeige kein einhellig positives Echo, was bei so einer merkwürdigen Aktion aber auch sicherlich äußerst ungewöhnlich gewesen wäre. Zumal man natürlich sagen muss, dadurch, dass er seinen Bruder selbst kaum kannte, wie er anmerkte, ist es schwer zu sagen, ob er sich diese öffentliche Anteilnahme selbst so gewünscht hätte.
Viele Menschen machen sich - gerade natürlich im Alter - in unregelmäßigen Abständen doch immer wieder Gedanken wie sie aus dem Leben treten wollen. Dazu gehört natürlich oftmals beispielsweise den Nachlass zu regeln und ein Testament aufzusetzen. Manche geben ihren Angehörigen ein paar Wünsche mit auf den Weg für ihre Beisetzung oder äußern andere Wünsche, die ihnen nach ihrem Ableben ganz besonders am Herzen liegen würden. Für die Todesanzeige selbst machen hingegen sicherlich die wenigsten Vorschläge. Das wird wohl eine absolute Ausnahme bleiben. In diesem Fall ist jedoch nicht bekannt, dass die Verstorbene entsprechende Wünsche mit auf den Weg gegeben hat.