Nach EM-Prank: Marvin Wildhage verurteilt
Beim Eröffnungsspiel der EM 2024 verkleidete er sich als EM-Maskottchen und offenbarte so eine Sicherheitslücke der UEFA. 2026 folgten die Konsequenzen.
Wie schaffte es Marvin Wildhage ins EM-Stadion?
Als Maskottchen verkleidet schmuggelte er sich dann zunächst mit seinem Begleiter Pascal in einem vermeintlichen DFB-Auto auf das Gelände. Und hier kam er auch an den Ordner*innen vorbei, die ihn kontrollierten. Doch der 29-Jährige hatte an alles gedacht: Den Mitarbeiterausweis fälschte er von Bildern aus dem Netz, denn viele Mitarbeitende hatten ihre Ausweise auf Instagram und Co. geteilt – samt QR-Code! Zunächst dann ein Dämpfer: Der Code ließ sich am Eingang nicht richtig scannen, doch hier hatte der YouTuber zum Glück den gefälschten Parkausweis parat! Die Ordner*innen entdeckten diesen am Auto und winkten den Wagen einfach durch. „Ach, ihr habt ein Parkticket. Na, dann passt ja alles“, hieß es. Am Ende stand der YouTuber dann tatsächlich im Kostüm am Spielfeldrand und jubelte der Mannschaft zu. Sogar ein Selfie mit Mario Gomez war noch drin.
So flog Marvin Wildhage schließlich auf
Mitarbeitende der UEFA deckten den Schwindel schließlich auf und begleiteten Marvin und seinen Begleiter zurück ins Parkhaus. „Wo habt ihr die Pässe denn bekommen?“, fragten die Mitarbeiter*innen. Immer mehr Ordner*innen gesellten sich zum YouTuber und schließlich sollte er sein Kostüm abnehmen. „Als ich dann die erste Reaktion gehört hab, wusste ich: Das Spiel ist vorbei.“ Als dann auch noch das echte Maskottchen um die Ecke kam, war der Prank aufgeflogen. Die Mitarbeiter*innen fanden das alles aber gar nicht lustig. Kurzerhand wurde die Polizei gerufen und Marvin und sein Begleiter mussten einige Stunden in der sogenannten Gesa, der „Gefangenen Sammelstelle“ verbringen. „Da sitzen Menschen, die sich nicht so gut benommen haben“, erklärt der YouTuber im Video. „Und dazwischen saß ich mit riesigen Plüschschuhen an dem Unterteil von einem Bärenkostüm“.
UEFA droht: „Wenn hierrüber ein Video erscheint, dann werden wir mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen“
Kurz danach sollte er das Kostüm dann komplett ablegen. Für ihn und seinen Begleiter ging es dann für ein paar Stunden in eine Zelle. „Fingerabdrücke wurden genommen, wir wurden fotografiert und wir wurden gefragt, ob wir uns zu den Tatvorwürfen äußern wollen. In dem Moment waren Pascal und ich nicht so gesprächig. Und dann gegen zwei Uhr nachts wurden wir auch entlassen.“ In den Belehrungen, die ihnen die Polizei aushändigte, stand zudem drin, dass sie „deutschlandweit Stadionverbot haben, während der gesamten EM plus ein paar Platzverweise in München [...]. Und der goldene Hinweis von einem hohen Funktionär der UEFA, der gesagt hat, wenn hierrüber ein Video erscheint, dann werden wir mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen.“
Wie reagieren die Veranstalter auf den EM-Prank?
Der Wirbel um die Aktion war im Anschluss natürlich groß. Der bayrische Innenminister Joachim Hermann äußerte sich gegenüber der FAZ besorgt: „Der Vorfall muss schnell und konsequent nachbereitet werden“, erklärte er und fährt fort: „Die Zutrittskontrollen liegen in der alleinigen Verantwortung der EURO 2024 GmbH als Veranstalter. Die bayerische Polizei wurde beim Einlass des YouTubers nicht eingebunden.“ Auch der Sprecher des Polizeipräsidiums München stimmt dem zu: „Wir werden am Einlass in der Regel nur hinzugezogen, wenn wir verständigt werden, beispielsweise bei einer gewalttätigen Person.“ Und die UEFA? Die hält sich bislang bedeckt: „Die UEFA hat die Situation ausgewertet und die notwendigen organisatorischen Maßnahmen eingeleitet“, hieß es in einem Statement.