Neue Erkenntnisse zum Plötzlichen Kindstod
Bis heute gelten die Ursachen vom Plötzlichen Kindstod nicht als abschließend geklärt. Australische Forscher konnten nun neue Erkenntnisse gewinnen.
Mit den neuen Erkenntnissen könnte Vorbeugung zukünftig effektiver werden:
Wenn Forschungsteams weltweit nun herausfinden, was zu einem zu niedrigen Level an Orexin und Serotonin führt, kann das Risiko des plötzlichen Kindstods vorausgesagt und somit verhindert werden. Eine Messung oder Risiko-Screening könnte dann Kinder identifizieren, die besonders gefährdet sind. Trotzdem ist bisher nicht sicher, inwieweit das zukünftig möglich sein wird und inwieweit Verhaltensweisen eine tragende Rolle dafür spielen. Derzeit ist anzunehmen, dass der Plötzliche Kindstod durch eine Kombination aus mehreren Aspekten verursacht wird. Die neuen Erkenntnisse sind zumindest ein Schritt nach vorne, wenn es darum geht, die Liebsten vor dem Plötzlichen Kindstod zu bewahren.
Windelpackungen zeigen ein falsches Bild
Eine europaweite Studie zeigt, dass auf Windelpackungen für Säuglinge unter fünf Kilogramm oft Bilder von schlafenden Babys nicht den Empfehlungen zur Vermeidung von plötzlichem Kindstod entsprechen. Die Untersuchung in Deutschland und zehn weiteren Ländern identifizierte 311 Windelpackungen, von denen fast 80 Prozent gegen mindestens eine der drei Präventionsrichtlinien für plötzlichen Kindstod verstießen. Die Abbildungen zeigten Babys beispielsweise nicht in Rückenlage, in der Nähe loser Gegenstände oder neben einer anderen Person liegend. Die Forscher empfehlen, gesetzlich nur Bilder auf Kinderpflegeprodukten zuzulassen, die den Empfehlungen zur Schlafposition entsprechen.
So sollten Kinder richtig liegen
Expert*innen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin empfehlen, Säuglinge auf den Rücken in ein eigenes Kinderbett zu legen, auf einer festen Unterlage ohne Gefälle. Das Kind sollte nicht fest eingewickelt und vor Überhitzung geschützt werden, ideale Raumtemperatur: 18 Grad. Ein Baby-Schlafsack statt einer Decke wird empfohlen, und auf Kissen, Fellunterlagen oder große Kuscheltiere im Bett des Säuglings sollte verzichtet werden. Rauchfreie Umgebung während der Schwangerschaft, Schnuller zum Schlafen, freie Atemwege und mindestens vier bis sechs Monate Stillen sind weitere Ratschläge der Expert*innen.
Diese Anzeichen können auf ein vermehrtes Risiko hinweisen.
Frühgeborene, also vor der 37. Woche geborene Babys, haben ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS), da ihre lebenswichtigen Funktionen noch nicht vollständig entwickelt sind. Ein Geburtsgewicht von weniger als zwei Kilo kann zudem noch auf eine unreife Organentwicklung hinweisen, was das Risiko weiter erhöht. Auch Zwillinge und Mehrlinge haben ein höheres SIDS-Risiko, vermutlich aufgrund von besonderen Herausforderungen, die mit Mehrlingsschwangerschaften einhergehen. Mütter unter 20 Jahren, die kurz aufeinanderfolgend schwanger sind, stehen ebenfalls vor zusätzlichen Belastungen, was die Sorge um das Kind erhöht und spezifische Vorsichtsmaßnahmen erfordert. Frühzeitige und gezielte Maßnahmen sind in diesen Fällen entscheidend, um das SIDS-Risiko zu minimieren.
Doch das war leider noch nicht alles. Es gibt noch mehr Faktoren, bei denen Vorsicht geboten ist.