Will „Gen Z“ nicht mehr arbeiten? Influencer sorgen mit Clips für Wirbel im Netz
Diese Influencer beschweren sich über den Arbeitsalltag und ältere Menschen fragen sich: Will „Gen Z“ nicht mehr arbeiten? Wir schauen es uns genauer an.
Viele Menschen, die in einem klassischen 40-Stunden-Job arbeiten, kennen den Frust: Von etwa 9 bis 17 Uhr sitzt man am Schreibtisch – und würde am liebsten schon nach dem Mittagessen Feierabend machen. Meckern gehört irgendwie dazu. Dennoch arbeiten die meisten in Vollzeit, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Eine Generation scheint auf diesen Arbeitsalltag überhaupt keine Lust zu haben und kommuniziert das auch offen: Die Gen Z steht für Work-Life-Balance und dem Drang nach Freizeit und Leben. Doch genau diese Einstellung stößt bei vielen älteren Menschen auf Unverständnis. Wollen die jungen Menschen einfach nicht mehr arbeiten?
Umfrage: Sind 8 Stunden Arbeit am Tag zu viel?
Zunächst interessiert uns: Wie sieht es bei dir aus? Findest du 40 Stunden Arbeit pro Woche zu viel oder völlig in Ordnung? Teile deine Meinung – und sieh dir an, wie andere darüber denken.
„Nur 3,5 Stunden, um zu leben – ist doch Quatsch“: Gen-Z-Influencer klagt über Acht-Stunden-Tag
Es beginnt mit einem scheinbar harmlosen Clip: Influencer und „Germany’s Next Topmodel“-Teilnehmer Julian Kamps filmt sich, wie er mit einer Papiertüte in der Hand die letzten Meter zu Fuß nach Hause läuft. Er hat gerade einen achtstündigen Arbeitstag, zuzüglich der An- und Abfahrt – ein Alltag, den viele Menschen kennen. Doch er hat eine Botschaft: „Leute, ich arbeite ja seit drei Wochen. (...) Wir haben jetzt 18.41 Uhr, ich habe das Haus um 7.30 Uhr verlassen. Ich bin jetzt gerade kurz vor meiner Haustür: Ihr wollte mir doch nicht sagen, dass das das Leben ist?“ Julian erklärt weiter, dass ihm nur noch dreieinhalb Stunden zum Leben bleiben, bevor er wieder fit für den nächsten Arbeitstag sein muss. „Das kann es doch nicht sein? Das ist doch Quatsch.“ Er fragt sich, ob er der Einzige ist, dem es so geht. Für sich hat er bereits eine Lösung gefunden: Stunden reduzieren. So wie jetzt, das ginge „hundertprozentig gar nicht“, auch wenn das vielleicht sehr nach Gen Z klinge.
„Ich spreche halt das aus, was jeder denkt“: Clip geht im Netz viral
Das Video trifft einen Nerv. Julian Kamps berichtet, dass es nach etwa fünf Tagen mehr als vier Millionen Aufrufe hatte. Auf Instagram haben über 180.000 Nutzer den Clip mit einem Herz versehen. Außerdem landete er bereits auf der Titelseite der Bild und wurde ins Sat.1-Frühstücksfernsehen eingeladen.
Dass das Thema die Meinungen spaltet, zeigt sich aber vor allem in den Kommentaren: „Die 40-Stunden-Woche stamme aus einer Zeit, in der nur der Mann arbeiten ging“, schreibt ein Nutzer und führt aus: „Nebenbei konntest du alleine ein Haus abbezahlen.“ Ein anderer kommentiert: „Das ist sowas von nicht GenZ, das ist einfach nur gesunder Menschenverstand. Ihr macht das jetzt schon so viel besser als wir (Millennials).“ Doch es gibt auch kritische Stimmen: „Mit der Einstellung kann dieses Land nur den Bach runtergehen“, findet ein User. An anderer Stelle ist von „Wohlstandsverwahrlosung“ die Rede. „Ich glaube ich spreche für alle aus meiner Generation, wenn ich sage, dass wir Lust haben zu arbeiten. Wir wollen arbeiten“, erklärt Kamps dazu. Er betont, dass er selbst bereits acht Jahre Berufserfahrung habe, aber nicht glaube, dass jemand „gerne zehn Stunden vor dem Schreibtisch“ sitzt. „Ich spreche halt das aus, was jeder denkt.“