Will „Gen Z“ nicht mehr arbeiten? Influencer sorgen mit Clips für Wirbel im Netz
Diese Influencer beschweren sich über den Arbeitsalltag und ältere Menschen fragen sich: Will „Gen Z“ nicht mehr arbeiten? Wir schauen es uns genauer an.
Brielle: Keine Zeit für das Privatleben mit so einem Tag
Brielle, so heißt die Influencerin auf TikTok, kaumt, lebt in den New Jersey USA und erzählt in dem Video, dass es ihr schwerfiel, Zeit für ihr Privatleben zu finden. Der Grund dafür ist laut ihrer Aussage, dass sie in ihrem Job acht Stunden von neun bis 17 Uhr arbeiten muss. Wenn sie abends zu Hause ankomme, habe sie weder die Zeit noch die Energie zum Kochen oder Duschen.
Bei Brielle kommt noch ein Faktor zu, der viel Zeit raubt: Sie muss insgesamt vier Stunden für den Hin- und Rückweg zu ihrem Arbeitsplatz bei einer Marketingagentur in New York City aufbringen. Die Stelle habe Brielle bekommen, nachdem sie fünf Monate lang hunderte Bewerbungen verschickt hatte. Die junge Frau erklärte, dass ihr keine andere Wahl blieb, als für ihren Job in New York nach New Jersey zu ziehen, da sie sich die explodierenden Mietpreise in der Stadt nicht leisten könne.
Brielle: Keine Zeit für Dating und Co.
Brielle Asaro, wie die Influencerin mit vollem Namen heißt, schildert, wie ein Tag bei ihr aussieht: Morgens nehme sie den Zug gegen 7.30 Uhr, abends sei sie frühestens um 18.15 Uhr wieder zu Hause. „Ich habe keine Zeit, irgendetwas zu tun“, sagte sie weiter. „Ich möchte duschen, zu Abend essen und schlafen gehen. Ich habe auch weder die Zeit noch die Energie, mein Abendessen zu kochen“. Auch für ihr Training habe sie keine Kraft mehr. „Ich bin so verärgert“.
Laut der Berufsanfängerin wäre die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben einfacher, wenn sie von zu Hause aus arbeiten würde. Sie mache sich auch Sorgen darüber, wie sie außerhalb ihres ersten Jobs Zeit für etwa Dating und die Pflege von Freundschaften finden könnte.
Gen Z: So fühlt es sich an
Doch Brielle ist nicht die einzige Person, der es so geht. Unter dem Video finden sich viele Kommentare dazu, dass sie unter den Umständen, die eine 40-Stunde-Woche in der heutigen Zeit hat, extrem leiden. Sie kommentierten den Beitrag der gestressten jungen Frau und berichteten von ihren eigenen Problemen, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Einige forderten eine kürzere Arbeitswoche, denn „fünf Tage arbeiten und zwei Tage frei fühlen sich ehrlich gesagt höllisch an“, schrieb ein Follower. Eine weitere Person fand: „Es ist so eintönig und deprimierend.“ Ein Internetnutzer schlug vor: „Die Generation Z muss gemeinsam in Führungspositionen aufsteigen und dann zusammen die Vier-Tage-Woche durchsetzen.“
Negatives Feedback
Doch es gibt auch viele Menschen, die finden, dass das Video übertrieben und ungerechtfertigt ist. Die Kommentare sind da teilweise ganz schön happig: Einige User begrüßten sie in der „realen Welt“ und in der „Welt der Erwachsenen“. „Stell dir vor, du hättest auch Kinder, zu denen du danach nach Hause kommst!", gab eine Person zu bedenken. Brielle beendete das Video mit der Aussage, dass Amerika seinen derzeitigen Arbeits-Zeitplan von neun bis fünf ändern müsse. „Es ist nicht fair, dass die einzigen Menschen, die davon profitieren, diejenigen sind, die die Unternehmen leiten“, sagte sie. „Oder Leute, die extrem reich sind oder Influencer, die keinen festen Zeitplan haben müssen.“