Warum wir nachts aufwachen – und was dahintersteckt
Du schläfst die Nacht nicht durch und kommst nicht richtig zur Ruhe? Wir verraten, wie du dich am Morgen wieder erholter fühlst.
Wenn ein Check beim Arzt sinnvoll ist
Wiederkehrende Schlafstörungen, regelmäßiges Aufwachen und Einschlafprobleme können unter anderem auch ein Hinweis auf andere gesundheitliche Probleme sein. Dann wirken sie wie ein wichtiges Signal, dass etwas nicht stimmt. Sie können etwa auf einen niedrigen oder hohen Blutdruck hinweisen oder Symptome von organischen Erkrankungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion sein. Teilweise leiden auch Menschen mit einem nächtlichen Blutzuckerabfall unter Schlafstörungen. Ist die Ursache der Schlafstörungen unbekannt, obwohl sie immer wieder auftreten, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Eine Untersuchung kann Auskunft darüber geben, ob schwerwiegendere gesundheitliche Probleme vorliegen. Eine Behandlung der Ursache hilft dann in der Regel auch gegen die regelmäßig auftretenden Schlafschwierigkeiten.
Wenn der Grund bekannt ist, aber das Aufwachen kein Ende nimmt
Viele Menschen leider darunter, dass sie zwar die Ursache kennen und dennoch keinen nächtlichen Frieden finden. Das geht dir auch so? Die Gründe dafür sind vielfältig: Möglicherweise sind es Nebenwirkungen eines Medikamentes, das du nicht absetzen kannst oder Zeichen von Stress, den du nicht leicht beenden kannst. In solchen Fällen gibt es trotzdem eine Reihe von Maßnahmen, die beim Einschlafen helfen. Eine beruhigende Abendroutine hilft dabei, zu Beginn der Nacht zu Ruhe zu kommen. Handys und Laptops haben im Schlafzimmer nichts zu suchen. Auch gedimmtes Licht beruhigt den Körper vor dem Einschlafen. Versuche zudem, regelmäßig zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, damit sich der Körper an eine Routine gewöhnt.
Vor dem Wecker wach? Was steckt dahinter und wann solltest du aufstehen?
Viele wachen kurz vor dem Weckerklingeln auf, das ist völlig normal und hängt mit deinem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammen. Im Gehirn steuert der Nucleus suprachiasmaticus die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin nach dem Hell-Dunkel-Rhythmus. Weitere „innere Uhren“ in Organen und Zellen kommunizieren miteinander und synchronisieren deinen Körper. Stimmen diese Uhren überein, wachst du oft jeden Tag zur gleichen Zeit auf.
Außerdem sinkt in der zweiten Schlafhälfte die Melatoninproduktion, während Kortisol, das Aufwachhormon, steigt. Es aktiviert dann Stoffwechsel und Blutzucker und sorgt dafür, dass du wach wirst. Studien, wie die von Jan Born, Neuropsychologe und Schlafforscher am Universitätsklinikum Tübingen, zeigen: Wer die Weckzeit kennt, kann sogar automatisch vorher aufwachen.
Doch eine Frage stellt sich: Aufstehen oder weiter schlafen? Schlafforscher Albrecht Vorster rät gegenüber t-online: Wachst du kurz vor dem Wecker, solltest du aufstehen, weil dein Körper dann im Einklang ist. Ausnahme: Wenn du durch Lärm oder Harndrang geweckt wirst und dich noch müde fühlst, kannst du weiter schlafen, aber nach 15 Minuten solltest du dann doch aufstehen. Zwingst du dich zu weiterem Schlaf, kann das sogar unruhig machen; dein Körper weiß meist selbst, wann du ausgeruht bist.
Einschlaftipps für unruhige Nächte
Wenn du trotz Abendroutine nachts immer wieder aufwachst, helfen dir diese Tipps beim Wieder-Einschlafen: Probiere Atemübungen aus. Lege die Hand dafür auf die Brust oder dein Herz und atme mehrfach tief ein und aus. Versuche, dich auf deinen Herzschlag zu konzentrieren. Das beruhigt den Körper. Beruhigende Musik kann zudem dabei helfen, wieder zu entspannen. Manche Menschen lassen sie zum Einschlafen laufen und schwören auf die Taktik. Wenn du längere Wachphasen hast, kann ein Kräutertee dabei helfen, Ruhe in den Körper zu bringen. Was du auf jeden Fall kurz vor dem Schlafen vermeiden solltest: Handy, Laptop, grelle Lichtquellen und den Fernseher. So kommt dein Körper nicht so sehr durcheinander und kann das Schlafhormon Melatonin besser bilden.