Was darf mein Nachbar wirklich? 11 Dinge, die du wissen musst
Grillen, Lärm und Liebe machen – was die Nachbarn tun, bekommt man unfreiwillig mit. Wir verraten dir, was sie wirklich dürfen und was nicht.
Laute Musik, Grillduft im Sommer oder rauchen auf dem Balkon – Nachbarschaft kann richtig schön sein, aber manchmal auch sehr lästig. Viele fragen sich: was genau musst du hinnehmen und wann kannst du dich beschweren? In Deutschland gibt es klare Verhaltensregeln für Nachbar*innen, die das Zusammenleben in geordnete Bahnen lenken. Von bellenden Hunden über Partymusik bis hin zum Grillen auf dem Balkon ist alles festgelegt. Wir verraten dir, was deine Nachbar*innen dürfen und was nicht. Kleiner Tipp von uns: Bevor du auf dein Recht mittels Gesetz bestehst, solltest du mit den Menschen ins Gespräch gehen – das erhält die Nachbarschaft und sorgt für ein positives Miteinander.
#1 Äste über den Zaun werfen
Wer Büsche oder Bäume an der Grundstücksgrenze hat, weiß, dass es leicht passieren kann, dass Grünschnitt oder Äste auf der Seite des Nachbars landen.. Mal mehr, mal weniger absichtlich. Doch darf man die Äste einfach über den Zaun werfen? Nein. Abgesehen davon, dass so ein Streit schnell eskalieren kann und man mit seinen Nachbar*innen doch gerne gut auskommen will, ist das keine gute Idee. Die Pflicht zur Entsorgung der Äste und Zweige hat laut Gesetz derjenige, der sie entfernt hat. Landen Zweige und Äste aus der Nachbarschaft auf dem eigenen Grundstück, handelt es sich also um ein rechtswidriges Verhalten der Verursacher*in. Am besten du sprichst in Ruhe mit den Menschen, mit denen du eine Gartengrenze teilst. Meistens kann man so ein Problem einfach und schnell beheben. Weigern sich die Nachbar*innen, kannst du eine Fotodokumentation anfertigen, die die Rechtslage übersichtlich darstellt, und sich an die Polizei oder das zuständige Ordnungsamt wenden.
#2 Grillen im Garten oder auf dem Balkon
Grillen im Garten und auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt, allerdings gibt es bundesweit keine einheitlichen Regeln. Zudem gibt der Mietvertrag Aufschluss darüber, welche Regeln auf dem Grundstück gelten. Wirst du regelmäßig durch Rauch oder starke Gerüche beeinträchtigt, hilft ein Gespräch mit den Nachbar*innen. Insbesondere Holzkohlegrills bieten eine starke Rauch- und Geruchsentwicklung, weswegen es hilfreich sein kann, auf Elektrogrills zu setzen. Auch wenn die Grillparty noch so gut ist, sollte die örtliche Nachtruhe eingehalten werden. Bitte deine Nachbar*innen, ausreichend Abstand zu deinem Grundstück zu halten, damit der Rauch nicht in deine Wohnung zieht.
#3 Lärmbelästigung
Der Bass wummert, es ist ein ständiges Geplauder zu hören und lautes Lachen dringt an dein Ohr, während du schon im Bett liegst. Deine Nachbar*innen machen wieder einmal eine Party, die bis in die späten Nachtstunden reicht. Doch musst du dir das bieten lassen? Deine Nachbarn müssen sich an die gesetzlich festgelegten Ruhezeiten halten. Diese besagen, dass in der Zeit von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens Nachtruhe herrscht. Außerdem gibt es noch eine sogenannte Sonn- und Feiertagsruhe, die in manchen Gemeinden gilt. Eine bundesweite Regelung gibt es jedoch nicht. In diesen Zeiten sind Rasenmähen, Heimwerken und laute Musik nicht erlaubt. Hast du mit deinen Nachbar*innen bereits gesprochen und sie sind nicht einsichtig, kannst du das Ordnungsamt informieren.