Was darf mein Nachbar wirklich? 11 Dinge, die du wissen musst
Grillen, Lärm und Liebe machen – was die Nachbarn tun, bekommt man unfreiwillig mit. Wir verraten dir, was sie wirklich dürfen und was nicht.
#4 Nachbars Obst ernten
Dein Apfelbaum wächst mit seinen Ästen über dein Grundstück hinaus und deine Nachba*innen scheinen sich immer wieder an deinem Baum zu bedienen – dürfen sie das eigentlich? Nein, das dürfen sie nicht! Rechtlich gesehen gehören die Äpfel dir, auch wenn sie über der Grundstücksgrenze hängen. Erst, wenn das Obst herunterfällt, darf es sich dein Nachbar nehmen. Ernte deine Äpfel also früh genug ab, damit sie nicht in Nachbars Garten liegen und Schädlinge anlocken. Schneide deinen Baum außerdem zurück, um deine Nachbar*innen nicht zu verärgern. Grundsätzlich solltest du bei einer Bepflanzung genügend Abstand zum Nachbargarten halten, damit deinem Nachbar*innen kein Sonnenlicht genommen wird.
#5 Störungen durch Haustiere
Der Hund nebenan bellt schon wieder, seitdem die Leute ihre Wohnung verlassen haben. Er wird höchstwahrscheinlich auch nicht damit aufhören, bis deine Nachbar*innen zurückkommen. Schon mehrfach hast du das Problem angesprochen, doch es ändert sich nichts. Grundsätzlich gilt: Haustiere sind erlaubt, solange sie keine erhebliche Störung darstellen. Dauerhaftes Bellen zählt zur Ruhestörung und kann bei der Hausverwaltung oder dem Ordnungsamt zur Anzeige gebracht werden. Hier gelten die gleichen Regeln wie für die Nacht- und Mittagsruhe. Außerdem ist ein Bellen von maximal 30 Minuten am Tag mit einer Höchstdauer von zehn Minuten am Stück erlaubt.
#6 Kinderlärm
Die Kinder nebenan spielen, toben und schreien im Garten. Auch wenn sie in die Wohnung gehen, kannst du das Geschrei noch hören. Kinderlärm wird rechtlich besonders geschützt. Kinder müssen sich ausleben dürfen und benötigen das Auspowern für ihre natürliche Entwicklung. Trotzdem sollten sich die Eltern an die Nachtruhe und die festgelegte Mittagsruhe halten und in dieser Zeit mit ihren Kindern etwas Ruhiges spielen. Das Schreien von Babys und Kleinkindern lässt sich aber auch in dieser Zeit nicht verhindern, sodass du die Geräusche einfach tolerieren musst.
#7 Rauchen auf dem Balkon oder im Garten
Gerade hast du es dir in deiner Wohnung bei offenem Fenster bequem gemacht und schon zieht der stinkende Zigarettenrauch wieder in deine Wohnung. Also stehst du wieder auf, schließt das Fenster und ärgerst dich wie jedes Mal über den schlechten Geruch. Tatsächlich ist Rauchen auf dem Balkon erlaubt, aber deine Nachbar*innen sollten Rücksicht nehmen. Zieht der Rauch regelmäßig in deine Wohnung, können zeitliche Rauchverbote verhängt werden. So hast du die Möglichkeit, zu lüften oder dich auf dem Balkon oder im Gemeinschaftsgarten aufzuhalten, ohne dem Rauchgeruch ausgesetzt zu sein. Auch Vermieter*innen können das Rauchen nicht komplett verbieten, also tritt mit deinen Nebenmenschen freundlich in Kontakt.