Depressionen haben kein spezielles Gesicht
Wer an einer Depression leidet, ist immer traurig? Falsch! Von außen lässt sich eine Depression kaum erkennen, denn es gibt kein spezielles Gesicht dafür
#4 Zoe Vanmeter
Zoe Vanmeter fasst den inneren Kampf den sie gegen die Krankheit führt auf Facebook zusammen: „Das ist Depression in unserem Haus. Ich versuchte mich im Dachboden zu erhängen, als die Balken brachen und ich durch das Dach brach und damit meine Familie alarmierte. Ich kämpfe jeden Tag. Mein Mann versucht sein Bestes, aber er kommt nicht zu mir durch. Ich verstehe es nicht. Ich weiß nicht, wie ich es loswerden kann. Ich habe eine wundervolle Familie. Ich bin egoistisch, verloren, sauer auf mich und es leid. Meine Gedanken waren schon immer etwas konfus und ich kämpfte mich durch die Schulzeit, behielt keinen Job. Ich konnte eine Aufgabe nicht lang genug machen oder habe zu lange gebraucht. Dann ging ich bevor ich gefeuert wurde...“ Ihr Beispiel zeigt, dass Depressionen keine persönlichen Schwächen darstellen, sondern ernsthafte medizinische Zustände sind. Hilfe, Therapie und Verständnis sind entscheidend, um die Betroffenen zu unterstützen.
#5 Zoe berichtet weiter über ihr Gefühlschaos
Weiter berichtet sie: „Es ist hart, sich wertlos zu fühlen und ich hasse das Gefühl, eine Belastung für meine Familie zu sein. Ich fühle so viel Schmerz in mir. Ich bin in Therapie und nehme auch Medikamente. Alles was ich weiß, ist, dass obwohl es sich so anfühlt, als würde mein Tod es für meine Familie einfacher machen, wünsche ich mir, ich könnte meinen Kopf einfach reparieren und könnte jemand sein, der es Wert ist, ich möchte wirklich noch bei euch bleiben. Ich versuche es schon so lange, aber ich weiß nicht, ob ich es schaffe. Heute bin ich hier. Wir werden sehen, was morgen passiert. Ich versuche es Tag für Tag und manchmal auch Stunde für Stunde. Manchmal glaube ich, wenn ich eine weitere Stunde schaffe, dann gehe ich einfach schlafen bis morgen und dann sehen wir, wie es dann wird. Heute war es okay. Ich versuch an jedem Tag etwas Gutes zu finden, dass mir Hoffnung für den nächsten gibt. Heute habe ich es versucht.“ Auch kleine Fortschritte im Alltag sind für sie bedeutend, Schritt für Schritt, jeden Tag wieder und wieder.
#6 Auch Mütter können an Depressionen leiden
Auch sie stellt schlicht und einfach fest „Ja, auch mit Kind kann man depressiv sein“. Denn Aussagen wie „Du hast keinen Grund, depressiv zu sein“ sind einfach falsch. Depressionen sind ein chemischer Misstand in deinem Gehirn und hat nichts mit deiner Lebenseinstellung zu tun. Die Doppelbelastung, die Kinder zu versorgen, Haushalt bewältigen und gleichzeitig mit der eigenen Krankheit kämpfen, macht Mütter besonders anfällig für Stress und Rückfälle. Therapeutische Unterstützung, offene Gespräche und Hilfe im Alltag sind entscheidend.
#7 Angehörige bleiben oft ratlos
Egal, wie glücklich manche Menschen in ihren Familien sind. Es ist und bleibt eine Krankheit. Und für die Liebenden wird es wohl immer ein Rätsel bleiben, wieso ihre geliebte Person sich selbst das Leben nahm. Agnieszka Ostrowska teilte dieses Bild auf ihrer Facebookseite und betitelte es mit „Das ist mein Freund, zwei Wochen, bevor er sich erhängte. Wir werden es nie verstehen …“ Es gibt manchmal Warnsignale, die man ernst nehmen sollte: Rückzug, ständige Müdigkeit, Appetit- oder Schlafstörungen, Suizidgedanken. Angehörige müssen offen bleiben, zuhören und Hilfe anbieten, ohne die Gefühle der Betroffenen kleinzureden.