Fahrradfahren im Winter: das sind die besten Tipps und Tricks
Im Sommer mit dem Fahrrad fahren kann jeder. Im Winter wird es zur Herausforderung, doch die lässt sich mit der richtigen Vorbereitung gut meistern.
Fahrradfahren ist nur etwas für schönes Wetter? Von wegen! Auch im Winter kannst du mit deinem Fahrrad unterwegs sein und musst nicht zwingend aufs Auto umsteigen, nur weil es kälter geworden ist. Dennoch solltest du nicht unvorbereitet in die Wintersaison starten. Welche Maßnahmen dich und deinen Drahtesel auf das Fahrradfahren im Winter vorbereiten und wie du sicher durch den Verkehr kommst, erfährst du auf den folgenden Seiten.
#1 Fahrweise anpassen
Im Winter können Straßen glatt und rutschig sein, besonders Bodenmarkierungen und Kopfsteinpflaster haben ihre Tücken. Bremsen und Reifen greifen bei nassen Straßenverhältnissen schlecht. Fahre deshalb vorausschauend, langsamer und rücksichtsvoll. Ziehe die Bremse frühzeitig und maßvoll. Halte ausreichend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, parkenden Autos oder Fußgängern. Auf Brücken ist besondere Vorsicht geboten, denn dort ist es oft eisiger als davor und danach. Dasselbe gilt an schattigen Orten, zum Beispiel in Wäldern oder engen Straßenschluchten, wo es kälter und feuchter sein kann.
#2 Reifendruck senken
Während es sich bei normalen Straßenverhältnissen mit einem kräftig aufgepumpten Reifen am besten und kraftschonendsten fährt, ist es ratsam, bei Schnee, Eis und Glätte etwas Luft abzulassen. Dadurch hat der Reifen mehr Auflagefläche, rutscht weniger und das Rad ist generell besser zu händeln.
#3 Spikes nutzen
Anders als beim Auto sind Spikes bei Fahrrädern erlaubt. Die Metallstifte greifen in den eisigen Untergrund und geben dir bei solch schwierigen Bedingungen überhaupt erst die Möglichkeit, zu bremsen oder zu lenken. Bei Eis und Schnee sind Spikes auf deinen Fahrradreifen sinnvoll. Fährst du jedoch auf geräumten Wegen und trockenem oder nassem Asphalt, machen die Spikes Kurvenfahren und Bremsen schwieriger. Bei guten Bedingungen sollten sie deshalb nicht über längere Strecken gefahren werden, zumal sich die Spikes schnell unnötig abnutzen.
#4 Akku schonen
Bei Kälte haben es Akkus besonders schwer – das merkst du an deinem Smartphone, aber auch am E-Bike oder Pedelec. Leistung und Reichweite sinken dann rapide. Neopren-Akkuhüllen halten deinen Akku länger warm, sodass er sich nicht so schnell entlädt. Beim längeren Abstellen des E-Bikes ist es sinnvoll, den Akku mit ins Warme zu nehmen, um ihn zu schonen. Achte darauf, erst mit dem Aufladen zu starten, wenn der Akku Zimmertemperatur erreicht hat. Ansonsten kann es zu Schäden kommen oder der Ladevorgang wird nur unvollständig durchgeführt.
#5 Schutzblech montieren
Gesetzlich vorgeschrieben sind Schutzbleche an Fahrrädern nicht. Mountainbikes, Crossräder und andere sportliche Modelle verzichten deshalb meistens darauf, während an Trekking- und Citybikes in der Regel serienmäßig Schutzbleche angebaut sind. Solltest du kein Schutzblech an deinem Fahrrad haben, lohnt es sich, für den Winterbetrieb über eine Nachrüstung nachzudenken. Die Straßen sind durch Regen oder Schnee oft nass und trocknen nicht so schnell ab wie im Sommer. Damit du einigermaßen sauber an dein Ziel kommst, kann ein Schutzblech eine einfache, aber wichtige Hilfe sein.
#6 Schaltung prüfen und reinigen
Damit dein Fahrrad auch in der dunklen und kalten Jahreszeit zuverlässig seinen Dienst tut, solltest du rechtzeitig die Gangschaltung überprüfen und gegebenenfalls warten. Verschlissene oder verschmutzte Schaltzüge können zu unpräzisem Schalten führen und sollten deshalb vor dem Winter ausgetauscht werden. Ständige Nässe und Schmutz, zum Beispiel durch Streugut und Schnee, setzen der Schaltung zu. Deshalb brauchen Kette, Ritzel und Zahnkränze in dieser Zeit mehr Pflege als im Sommer. Eine regelmäßige Reinigung und Fettung hält die Mechanik am Leben.
#7 Bremsen nachstellen
Prüfe regelmäßig, ob deine Räder beim Schieben blockieren, wenn du die Bremsen betätigst. Tun sie das nicht zuverlässig, müssen die Bremsen nachgestellt oder abgefahrene Bremsbeläge ausgetauscht werden. Für den Einsatz in der nassen Saison gibt es im Fachhandel besondere Bremsklötze für Nässe. Felgenbremsen verlieren bei Nässe zum Teil deutlich an Bremskraft. Deshalb ist es gerade im Winter wichtig, dass sie funktionieren. Sind die Bremshebel und Bremszüge schwergängig, solltest du sie fetten, damit sie auch bei Minusgraden funktionieren. Genau wie Kette, Ritzel und Zahnkränze braucht auch die Bremse eine regelmäßige Reinigung .
#8 Winterreifen aufziehen
Nicht nur Autos fahren in der kalten Jahreszeit mit Winterreifen sicherer. Auch für Fahrräder gibt es Winterreifen, die sich durch ein grobes Lamellen-Profil und eine weichere Gummimischung auszeichnen. Gegenüber einem Sommerreifen bieten sie deutlich mehr Grip und Traktion, vor allem auf festgefahrenem Schnee und auf Schneematsch. Möchtest du keine speziellen Winterreifen aufziehen, rät der ADAC dazu, Allwetterreifen zu nutzen oder den Luftdruck deiner Standardreifen ein wenig zu senken. Durch die größere Auflagefläche erhöht sich so die Bodenhaftung deiner Reifen.
#9 Warme Kleidung
Um sich gegen Schnee und Kälte zu schützen, ist die richtige Kleidung besonders wichtig. Geeignet ist unter anderem atmungsaktive, regenabweisende und winddichte Outdoor- oder Sportbekleidung. Im Winter hat sich zudem das Zwiebelprinzip bewährt: Wer mehrere dünne Schichten Kleidung übereinander trägt, kann flexibel auf schwankende Temperaturen reagieren. Außerdem bewahren die Luftpolster zwischen den verschiedenen Schichten deinen Körper gut vor der Kälte. Handschuhe schützen deine Hände, Überschuhe deine Straßenschuhe. Eine dünne, aber winddichte Mütze passt zudem unter den Fahrradhelm und hält den Kopf warm.
#10 Helle Kleidung
Im Winter ist es nicht nur kälter als im Sommer, es ist auch dunkler. Wenn du morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst und nachmittags den Rückweg antrittst, brauchst du deshalb helle Kleidung mit reflektierenden Applikationen an der Jacke oder am Rucksack. Auch eine Warnweste, die du über deine Kleidung ziehst, erhöht deine Sichtbarkeit. So wirst du von Autofahrer*innen früher erkannt, und das ist wichtig, damit du sicher an deinem Ziel ankommst. Auch dein Fahrradhelm sollte mit Reflektoren ausgestattet sein oder wenigstens eine helle Farbe oder einen hellen Überzug haben.
#11 Ausreichende Beleuchtung
Am Fahrrad brauchst du ebenfalls eine korrekte Beleuchtung. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und im Winter besonders wichtig. Vorgeschrieben sind ein Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor, ein Rücklicht sowie ein roter Rückstrahler. Hinzu kommen umlaufende Reflexstreifen vorn und hinten, gelbe Reflektoren in Vorder- und Hinterrad oder reflektierende Speichensticks an allen Speichen sowie je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen. Der ADAC rät, bei Winterwetter auf Naben- oder Speichendynamos oder ein Akku-Licht zu setzen, weil Seitenläufer-Dynamos bei Matsch und Schnee häufig Aussetzer haben.