Berufe, bei denen viele mit Tattoos immer wieder verurteilt werden
Sie wollen nur arbeiten, doch noch heute werden viele Leute mit Tattoos in ihren Berufen verurteilt. Welche sind es? Was sind ihre Geschichten?
Welche Berufe sind oft von Vorurteilen betroffen?
Tattoos haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, doch nicht in jedem Beruf sind sie willkommen. Einige Arbeitgeber lehnen Bewerberinnen mit Tattoos ab oder verbieten das Zeigen von sichtbaren Tätowierungen am Arbeitsplatz. Insbesondere Berufe im öffentlichen Dienst wie Lehrerinnen, Erzieherinnen oder Polizistinnen, aber auch in manchen Firmen sind sichtbare Tattoos ein Grund für eine Absage oder Entlassung. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat zum Beispiel entschieden, dass eine Bewerberin aufgrund eines zu großflächigen Tattoos nicht zum Auswahlverfahren der Bundespolizeiakademie zugelassen wird. Doch welche Tattoos sind für welche Karrieren hinderlich?
Was ist nun erlaubt?
Im Arbeitsalltag gibt es einige kuriose Regeln, die bezüglich der sichtbaren Tattoos eingehalten werden müssen. Ein Tattoo, das politisch oder religiös motiviert ist, kann je nach Branche unangemessen sein. Auch aggressive oder beleidigende Motive sollten am Arbeitsplatz vermieden werden. Allerdings gibt es keinen allgemeinen Konsens darüber, welche Art von Tattoos am Arbeitsplatz angemessen sind, da dies von Branche zu Branche unterschiedlich ist. Einige Arbeitgeber haben daher klare Richtlinien bezüglich der sichtbaren Tätowierungen, während andere eine individuelle Entscheidung treffen. Besonders im öffentlichen Dienst oder im Finanzwesen achten Arbeitgeber sehr auf das Bild welches die Firma der Öffentlichkeit vermitteln will. Wie man im Fall der anstrebenden Polizistin sah, haben sie das Recht dazu.
Nachrichtensprecherin trotz Kinntattoo
Ein Beispiel dafür, dass die Sichtbarkeit von Tattoos am Arbeitsplatz allmählich akzeptiert wird, ist die Story der ersten Journalistin mit Kinn-Tattoo, die zur Top-Sendezeit moderiert hat. Die 42-jährige Oriini Kaipara sorgte mit ihrem markanten Kinntattoo im Maori-Stil für Aufsehen, als sie zur Top-Sendezeit die neuseeländischen Nachrichten moderierte. Das Tattoo hat für die Maori eine lange Tradition und symbolisiert den Übergang eines Mädchens zur Frau. Für Kaipara hat das Tattoo eine große Bedeutung und steht für ihre Identität und ihre Herkunft. Durch ihren öffentlichen Auftritt möchte sie auch anderen Menschen mit Tätowierungen Mut machen und zeigen, dass man trotz Vorurteilen und Stereotypen seine Träume verfolgen kann. Es ist wichtig, dass Tätowierungen nicht pauschal als unprofessionell oder unsauber abgestempelt werden, sondern als Ausdruck von Kultur und Persönlichkeit akzeptiert werden.
Diese Geschichte zeigt, dass auch sichtbare Tattoos in manchen Branchen akzeptiert werden und dass Arbeitgeber immer mehr darauf achten, die Individualität ihrer Mitarbeiter*innen zu fördern. Doch es sind nicht nur Tattoos, die immer wieder zu schiefen Blicken verleiten.
Dunkle Stimmung trotz bunter Haare
Wir wissen, dass gerade konservative Branchen dazu neigen besonders aufs Äußere zu schauen. Aber auch in weniger traditionellen Berufsfeldern wie der Werbe- oder Modebranche, wo man eigentlich vermutet, dass die Menschen offener gegenüber unterschiedlichen Stilen sind, kann es immer noch Vorurteile gegenüber Menschen mit Piercings und gefärbten Haaren geben. Vielleicht denken einige Arbeitgeber, dass ein bestimmter Look nicht zum Image ihres Unternehmens passt oder dass Kunden sich nicht wohl fühlen würden, von jemandem bedient zu werden, der anders aussieht als sie selbst. Auch in sozialen Berufen passiert es immer wieder, dass Menschen Stigmen begegnen. Eine Künstlerin mit grün gefärbten Haaren und Nasenpiercing hat ein Musikvideo gedreht, das sehr schnell viral wurde. Sie singt „Ich kann eine Klasse unterrichten, wenn mein Haar pfirsichfarben ist“. Recht hat sie!