Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel wirklich?
Nahrungsergänzungsmittel sind beliebt – doch nicht immer sinnvoll. Erfahre, wann sie wirklich helfen und worauf du achten solltest.
#8 Jahreszeit beachten
Unser Körper ist eng mit der Natur und dem Biorhythmus verbunden, damit ist nicht nur die Tageszeit gemeint, sondern auch die Jahreszeit. Im Herbst und im Winter werden die Sonnenstunden weniger und auch nicht so intensiv. Für deinen Körper bedeutet das, dass er unter anderem weniger natürlichem Vitamin D ausgesetzt ist. Ein Mangel Vitamin D kann aber, wie vorher schon angesprochen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und auch Erkältungssymptome verstärken. Auch Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Osteomalazie können durch einen Vitamin-D-Mangel entstehen. Expert*innen gehen davon aus, dass rund 50% der in Deutschland Lebenden einen solchen Mangel haben. Denn um auf den Tagesbedarf an Vitamin D zu kommen, haben Untersuchungen ergeben, dass Menschen mit mittelheller Haut im Februar mindestens eine Dreiviertelstunde in die pralle Mittagssonne gehen müssten und zwar auf 500m Höhe, damit überhaupt genug Sonnenlicht auf die Haut einfallen kann. Deswegen sollte man in den kalten Jahreszeiten besonders auf eine Vitamin-D-reiche Ernährung achten wie zum Beispiel Hering, Lachs, Leber, Eier, Käse und Butter. Vitamin-D-Tabletten können zusätzlich helfen – besonders bei Menschen ab 65 Jahren oder Schwangeren.
#9 Worauf muss man bei der Qualität achten?
Nicht alle Nahrungsergänzungsmittel halten, was auf der Verpackung groß beworben wird – deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Achte darauf, dass die Präparate von hoher Qualität sind und geprüft wurden, idealerweise mit einer hohen Bioverfügbarkeit, damit die Inhaltsstoffe auch tatsächlich vom Körper aufgenommen und genutzt werden können. Dabei ist teurer nicht immer gleich besser: Produkte aus der Apotheke sind nicht automatisch hochwertiger als solche vom Discounter. Besonders wichtig ist eine transparente Angabe der Zusammensetzung – jeder Inhaltsstoff sollte genau benannt und mit Angaben zur Dosierung versehen sein. Verlässliche Hersteller zeichnen sich durch klare Angaben und eine gute Dokumentation aus. Unabhängige Prüfsiegel, etwa von der Stiftung Warentest oder Ökotest, können zusätzlich Orientierung bieten.
#10 Wer braucht überhaupt Ergänzungsmittel?
In vielen Fällen reicht eine ausgewogene Ernährung völlig aus. Frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde Fette liefern dem gesunden Körper in der Regel alles, was er benötigt. Zumindest war das früher so. Heute gehen viele davon aus, dass durch die hohe Umweltbelastung auch die Nährstoffe in bestimmten Obst- und Gemüsesorten weniger geworden sind. Außerdem gibt es Lebensphasen, die mehr von einem bestimmten Nährstoff erfordern und Unverträglichkeiten, welche die Aufnahme über die Ernährung erschweren. Ein Mangel, der hierzulande recht häufig ist, ist etwa Vitamin D oder diverses Vitamin B.
Risikogruppen für Vitamin-D-Mangel
- Seniorinnen und Senioren: Mit zunehmendem Alter kann der Körper das Sonnenvitamin nicht mehr ausreichend selbst bilden. Für diese Zielgruppe kann eine Supplementierung wirklich wichtig sein.
- Menschen, die kaum nach draußen gehen: Hier können Kinder und Jugendliche betroffen sein, die viel Zeit Zuhause verbringen. Die Ernährung trägt mit etwa zehn bis 20 Prozent nur einen relativ geringen Anteil zur Vitamin-D-Versorgung bei. Bewegungsmangel kann zudem auch weitere Symptome auslösen.
- Säuglinge: Der Grund liegt auf der Hand, da Babys nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden sollten.
#11 Darf man Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht einnehmen?
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht „einfach mal zur Sicherheit“ genommen werden. Eine unkontrollierte Einnahme kann mehr schaden als nutzen – besonders bei Stoffen, die sich im Körper anreichern. Stattdessen solltest du gezielt vorgehen: Erst Symptome beobachten, im Zweifel ein Blutbild machen lassen und dann gezielt und sinnvoll ergänzen. Im besten Fall mit ärztlicher Begleitung oder fundierter Beratung. Wenn du ein NEM ausprobieren möchtest, fang langsam an und beobachte, wie dein Körper reagiert. Vor allem gib ihm die Zeit, die er braucht, um seine Nährstoffe wieder aufzufüllen, denn das passiert nicht von heute auf morgen.