Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel wirklich?
Nahrungsergänzungsmittel sind beliebt – doch nicht immer sinnvoll. Erfahre, wann sie wirklich helfen und worauf du achten solltest.
#4 Lebensphasen beachten
In bestimmten Lebensphasen steigt der Bedarf an Nährstoffen spürbar an: Während der Schwangerschaft und Stillzeit benötigt der Körper beispielsweise mehr Folsäure, Eisen und Jod, um das Wachstum und die Entwicklung des Kindes zu unterstützen. In den Wachstumsphasen von Kindern und Jugendlichen sind Kalzium und Vitamin D besonders wichtig, um eine gesunde Knochendichte zu fördern. Menschen mit intensiver körperlicher Belastung, etwa durch Sport, können einen erhöhten Bedarf an Magnesium, Zink oder B-Vitaminen haben. Im Alter rücken oft Vitamin D, B12 und Omega-3-Fettsäuren in den Fokus, um die Gesundheit von Knochen, Nerven und Herzen zu unterstützen. Auch eine vegetarische oder vegane Ernährung kann zu einem Mangel an Vitamin B12, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren führen, da diese Nährstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln oft weniger oder nur in schwer verwertbarer Form enthalten sind. Solche Situationen rechtfertigen eine gezielte Nahrungsergänzung – aber nur nach einer individuellen Analyse des Bedarfs und idealerweise in Rücksprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater.
#5 Die richtige Dosierung ist entscheidend
„Viel hilft viel“ gilt bei Nährstoffen leider nicht. Viele wollen mit einer erhöhten Einnahme die Wirkung schneller erzielen. Das klappt aber nicht und tut dem Körper auch nicht gut. Auch wenn Nahrungsmittel keine Medikamente sind, brauchen sie doch einen bewussten Umgang. Eine Überdosierung kann in manchen Fällen sogar gefährlich werden – besonders bei fettlöslichen Vitaminen oder Eisen. Deshalb ist es wichtig, sich an die empfohlenen Tagesmengen zu halten und nicht eigenmächtig hochzudosieren.
#6 Wechselwirkungen vermeiden
Nahrungsergänzungsmittel können überraschende Wechselwirkungen mit Medikamenten haben – manchmal sogar mit ernsthaften Folgen. So können Eisen- und Magnesiumpräparate die Aufnahme bestimmter Antibiotika hemmen, wodurch deren Wirksamkeit eingeschränkt wird. Johanniskraut, ein pflanzliches Mittel gegen leichte Depressionen, ist dafür bekannt, die Wirkung der Antibabypille zu schwächen oder andere Arzneimittel schneller abzubauen. Auch vermeintlich harmlose pflanzliche Präparate wie Ginkgo oder Ginseng können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen auslösen, etwa das Blutungsrisiko erhöhen oder die Wirkung von Blutverdünnern beeinflussen. Selbst Vitamine in hohen Dosen, wie Vitamin K, können die Wirksamkeit von Medikamenten wie Blutgerinnungshemmern stören.
#7 Den richtigen Einnahmezeitpunkt wählen
Einige Vitamine und Mineralstoffe entfalten ihre Wirkung besser, wenn sie zu einer bestimmten Tageszeit oder in Kombination mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Magnesium zum Beispiel hat eine entspannende Wirkung auf Muskeln und Nerven, weshalb es ideal ist, es abends einzunehmen, um den Körper auf die Nacht vorzubereiten. Vitamin D hingegen benötigt Fett, um optimal aufgenommen zu werden, und eignet sich gut für den Morgen, etwa zusammen mit einem Frühstück, das gesunde Fette enthält. Eisen wird auf nüchternen Magen am besten verwertet, sollte allerdings nur so eingenommen werden, wenn der Magen es verträgt – andernfalls kann es zu Beschwerden kommen. Die Reihenfolge, der Zeitpunkt und die Art der Mahlzeit haben also einen großen Einfluss darauf, wie effizient dein Körper die Nährstoffe aufnehmen kann.