Jeder muss pupsen – doch wie oft ist normal?
Pupsen ist völlig natürlich – und trotzdem für viele ein Tabuthema. Wir haben für euch herausgefunden, wie oft es eigentlich normal ist zu pupsen.

Pupsen ist völlig natürlich – und trotzdem für viele ein Tabuthema. Dabei ist es ein ganz normaler Bestandteil unserer Verdauung. Mehrmals am Tag müssen Gase aus unserem Darm entweichen. Wer diese aufhält und die Pobacken zusammenkneift, der riskiert Blähungen und Schmerzen. Aber wie oft ist eigentlich normal? Und ab wann wird es vielleicht zu viel? In diesem Artikel klären wir die wichtigsten Fragen rund ums Pupsen – mit Fakten, Ursachen, Tipps und einem klaren Hinweis, wann du doch lieber zum Arzt solltest.
Legen wir los:

#1 Warum pupsen wir?
Pupsen – medizinisch auch Flatulenz genannt – entsteht, wenn sich Gase im Darm bilden. Diese Gase entstehen beim Verdauen von Nahrung, vor allem durch Bakterien im Dickdarm, die bestimmte Nahrungsbestandteile zersetzen. Zusätzlich schlucken wir beim Essen, Trinken oder Sprechen Luft, die ebenfalls im Darm landet. Diese Mischung aus Gasen muss irgendwann raus – und das passiert meist durch einen Pups. Es ist also ein Zeichen dafür, dass unser Verdauungssystem arbeitet – auch wenn es manchmal unangenehm klingt (oder riecht).
Doch wie oft ist normal?

#2 Wie oft ist pupsen eigentlich normal?
Auch wenn kaum jemand darüber spricht: Pupsen ist völlig normal – und das sogar recht häufig! Gesunde Menschen pupsen im Durchschnitt 10 bis 25 Mal pro Tag, was 0,5-1,5 Litern entspricht. Bei manchen sind es nur wenige Male, bei anderen deutlich mehr, ohne dass das krankhaft wäre. Wichtig ist nicht nur die Häufigkeit, sondern auch, ob es Beschwerden gibt. Wenn du regelmäßig pupst, aber keine Schmerzen oder andere Symptome hast, ist das in der Regel kein Grund zur Sorge. Jeder Körper ist eben ein bisschen anders.
Was führt dazu, dass wir manchmal mehr pupsen?

#3 Warum müssen wir manchmal öfter pupsen?
Bestimmte Nahrungsmittel können die Gasbildung im Darm stark fördern – besonders Lebensmittel, die schwer verdauliche Ballaststoffe oder Zucker enthalten. Dazu zählen zum Beispiel Bohnen, Linsen, Zwiebeln, Kohl, Vollkornprodukte oder kohlensäurehaltige Getränke. Auch wer hastig isst, schluckt mehr Luft, was ebenfalls zu mehr Gas führen kann. Zudem kann Stress oder eine Umstellung der Ernährung die Verdauung vorübergehend beeinflussen. Mehr Pupse nach einem üppigen Essen sind also oft ganz normal – solange sie nicht regelmäßig Beschwerden verursachen.
Auch Blähungen können der Auslöser für eine erhöhte Flatulenz sein!

#4 Was zählt eigentlich als Blähung?
Nicht jeder Pups ist gleich eine „Blähung“. Von Blähungen spricht man meist dann, wenn das Gas im Bauch vermehrt, dauerhaft oder mit Beschwerden auftritt. Typische Symptome sind ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, häufige Flatulenzen oder Darmgeräusche. Wenn das Ganze zusätzlich mit Krämpfen, Druck oder sichtbarer Bauchwölbung einhergeht, spricht man von einer funktionellen Störung, wie etwa Meteorismus oder funktioneller Dyspepsie. Nicht jeder Blähbauch ist krankhaft – aber er kann lästig sein und den Alltag einschränken.
Es gibt einige Dinge, die dir bei Blähungen helfen können:

#5 Was hilft gegen übermäßige Blähungen?
Wenn Pupsen unangenehm oder zu häufig wird, helfen oft einfache Maßnahmen: Langsames, bewusstes Essen, Verzicht auf blähende Lebensmittel, regelmäßige Bewegung und ausreichend Flüssigkeit. Auch Wärme (z. B. Wärmflasche) oder sanfte Bauchmassagen können Erleichterung bringen. In der Apotheke gibt es zudem Mittel mit Simeticon oder Kümmelöl, die Gasblasen im Darm auflösen. Auch pflanzliche Präparate mit Anis, Fenchel oder Pfefferminze wirken entkrampfend. Wichtig ist: Nicht jedes Mittel hilft jedem – manchmal ist es eine Frage des Ausprobierens.
Welche Rolle spielt eigentlich die Darmflora bei Flatulenz und Blähungen?

#6 Welche Rolle spielt die Darmflora?
Unsere Darmflora – also die Gesamtheit der Bakterien im Verdauungstrakt – spielt eine zentrale Rolle bei der Gasbildung. Eine gesunde Darmflora hilft, Nährstoffe besser zu verwerten und Gase im richtigen Maß zu produzieren. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, zum Beispiel durch Antibiotika, Stress oder eine schlechte Ernährung, kann es zu vermehrten Blähungen kommen. Präbiotische und probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder Ballaststoffe können helfen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Wann solltest du zum Arzt gehen?

#7 Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn häufiges Pupsen von weiteren Beschwerden begleitet wird, kann ein Arztbesuch sinnvoll sein. Warnsignale sind etwa anhaltende Bauchschmerzen, starke Blähungen, Gewichtsverlust, Durchfall, Verstopfung oder Blut im Stuhl. Auch wenn sich die Verdauung plötzlich stark verändert oder Blähungen dauerhaft sehr unangenehm sind, sollte man abklären lassen, ob eine Unverträglichkeit, wie beispielsweise eine Laktose- Fruktoseintoleranz, oder eine Erkrankung dahintersteckt. Lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig – vor allem bei länger anhaltenden Beschwerden.
Welche Erkrankungen können eine erhöhte Flatulenz auslösen?

#8 Welche Krankheiten können hinter häufigem Pupsen stecken?
In manchen Fällen sind häufige oder starke Blähungen ein Symptom für Verdauungsstörungen oder chronische Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem das Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelintoleranzen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa oder Darmverschlüsse. Auch eine gestörte Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz) kann die Verdauung beeinträchtigen und zu vermehrter Gasbildung führen. Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen „normal häufigem“ Pupsen und Beschwerden, die auf eine zugrundeliegende Erkrankung hinweisen könnten.
Zu guter Letzt: Ist es ungesund, pupsen zu unterdrücken?

#9 Kann man pupsen unterdrücken – oder ist das schädlich?
Kurzzeitig unterdrücken ist möglich – vor allem in sozialen Situationen – aber langfristig sollte man den Druck nicht ständig zurückhalten. Gase, die nicht entweichen können, stauen sich und können zu Krämpfen, Völlegefühl oder Übelkeit führen. Der Körper sucht sich früher oder später sowieso seinen Weg, meist in einem unpassenden Moment. Es ist also besser, einen geeigneten Moment zu finden, um den Druck „loszulassen“. Auch wenn’s unangenehm ist: Pupsen gehört zum Menschsein einfach dazu.
Fassen wir die wichtigsten Infos abschließend noch einmal zusammen!

#10 Das Wichtigste im Überblick
• Pupsen ist völlig normal: 10-25 Mal täglich ist der Durchschnitt
• Ursachen: Verdauungsprozesse und geschluckte Luft
• Blähfördernde Lebensmittel: Kohl, Bohnen, Zwiebeln, kohlensäurehaltige Getränke
• Hilfsmittel: Langsames Essen, Wärme, pflanzliche Präparate mit Fenchel/Anis
• Gesunde Darmflora unterstützt normale Gasbildung
• Warnsignale für Arztbesuch: Anhaltende Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl
• Mögliche Erkrankungen: Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelintoleranzen
• Unterdrücken: Kurzfristig möglich, langfristig besser vermeiden
• Alltagstipps: Ernährungstagebuch führen, Bewegung, diskrete Strategien
• Normale Flatulenz ist ein Zeichen eines funktionierenden Verdauungssystems