Menschen, aufgewachsen in Problemvierteln, erzählen ihre Geschichten
Wie Menschen aufgewachsen sind, prägt sie nachhaltig. Die, die besonders viele Geschichten zu erzählen haben, sind in Problemvierteln aufgewachsen.
Was in den gefährlichen Vierteln und Problemvierteln der Welt passiert, versuchen die Medien durch dramatische Bilder und Schlagzeilen abzubilden, doch nur die Menschen, die selbst in diesen wohnen oder gewohnt haben, können ein realistisches Bild der Zustände zeichnen. Umso interessanter sind daher Geschichten, die von betroffenen erzählt werden. Die folgenden zehn Stories aus diesem Thread sind von Menschen, die in Mitte von Drogen, Gewalt und Verbrechen in bestimmten Gegenden aufgewachsen sind: Auf Reddit erzählen sie ungeschönt und authentisch ihre Geschichten, die sie bis heute nicht vergessen konnten und was sie ihr Leben im Problembezirk für ihr weiteres Leben gelehrt hat.
#1 Es brauchte erst den Abstand um vieles zu verstehen
„Mir kam alles normal vor, bis ich wegzog. Du wächst auf und lernst, wie du dich aus Sachen raushältst und mit welchen Leuten du dich besser nicht anlegst. Du siehst jeden Tag wilde, verrückte und beängstigende Dinge und lernst, deinen Mund zu halten und so zu tun, als sei das alles nie geschehen. Du bist ein Kind, so wie jedes andere Kind auch, doch du musst dir schon in jungen Jahren bewusst sein, welche Beziehung und Hierarchien es gibt, damit du nicht zur falschen Zeit am falschen Ort landest. [...] Ich fand es damals total normal, dass ich nach der Schule nur auf einer bestimmten Straßenseite nach Hause laufen konnte, da die andere meinen sicheren Tod bedeuten könnte. So ist es einfach. Es ist deine Art von 'normal'."
[Reneeisme via Reddit]
#2 Wenn es Zeit ist zu gehen
„Ich fühle mich immer wie eine arme Straßenratte, wenn ich mit ein paar Freunden unterwegs bin und sage, dass wir von hier verschwinden sollten, sagen sie immer: "Hast du Angst, Bruder? Wir könnten es mit ihnen aufnehmen!"Ich fühle mich immer wie eine arme Straßenratte, wenn ich mit ein paar Freunden unterwegs bin und sage, dass wir von hier verschwinden sollten, sagen sie immer: 'Hast du Angst, Bruder? Wir könnten es mit ihnen aufnehmen!'
Nee, Bruder, ich bin mutig, aber nicht dumm, ich kann mit Ärger umgehen, aber das heißt nicht, dass ich ihn suche.“
#3 Man weiß nie ganz genau, was sich abspielt
„Vor einigen Jahren wollte ich gerade das Haus verlassen, um zur Uni zu gehen, als ich plötzlich ein lautes Geräusch aus dem Haus meiner Nachbarn hörte, die ich nicht gut kannte, aber mit denen ich ab und an plauderte. Ich lebte damals mit meinem Bruder zusammen in einer gefährlichen Gegend, in der es viele Einbrüche und Kämpfe gab [...]. Ich ging nach draußen, um nachzusehen und beobachtete einen Typen (der, wie sich später herausstellte, Polizist war), der mit einer Ramme versuchte, ins Haus zu kommen. Die Polizei stürmte das Haus und fand vier Frauen,[...], super viele Typen und Tonnen von Drogen und Waffen. Es stellte sich heraus, dass meine Nachbarn ein Bordell betrieben hatten und seit Monaten von der Polizei beobachtet worden waren. [...] Echt gruselig!"