Kerzen, Fisch und Teppiche: Die skurrilen ersten Produkte von Samsung, Colgate und Co.
Viele Marken haben mit ganz anderen Produkten angefangen. Wusstest du, wie Dr. Martens, Nokia, Lego und mehr gestartet sind? Das erfährst du hier.
Peugeot war schon immer ein Autohersteller? Nokia startete mit moderner Technik durch? Fehlanzeige! Von Trockenfisch statt Handy bis hin zu Stoffresten statt Spielzeug: Zahlreiche bekannte Marken wie Samsung hatten ihren Anfang mit skurrilen Produkten, die zum Teil nichts mit dem zu tun haben, wofür die Marken heute stehen. Hat dich schon immer interessiert, mit welchen Produkten großen Marken der Durchbruch gelang? Diese zehn bekannten Namen zeigen dir, dass ein „Brand Stretching“ funktionieren kann. Sogar so erfolgreich, dass manche Beginne Jahre später unglaublich klingen.
#1 Samsung: Trockenfisch und Nudeln
Heute vor allem für moderne Technologie bekannt, startete die Marke Samsung einmal ganz anders: 1938 gegründet, verkaufte die Marke ursprünglich Lebensmittel. Das koreanische Unternehmen unter Gründer Lee Byung-chull wurde im Laufe seiner Anfänge zweimal neu erfunden. Zunächst stand hinter dem Namen ein Lebensmittelhändler mit Trockenfisch, Nudeln, Obst und Gemüse. Später wurde eine Zuckerfirma gegründet. Erst ab 1969 stellte das Unternehmen das her, wofür es heute bekannt ist: Elektronische Technologie in Form von Laptops, Handys und mehr. Damals begann die moderne Reise mit der Tochterfirma Samsung Electronics.
#2 Dr. Martens: orthopädischen Schuhe
Die Marke Dr. Martens verdankt ihrem Hersteller Doktor Klaus Maertens ihren Namen. Dieser wollte nach seiner Zeit im Zweiten Weltkrieg einen Schuh herstellen, der eine weichere Sohle hatte und dennoch als Sicherheitsstiefel funktionieren konnte. Daraus entwickelten sich die ersten orthopädischen Schuhe, schon damals mit dem heute bekannten lässigen Design. Die ersten Schuhe wurden zur damaligen Zeit noch aus Armee-Resten hergestellt. Orthopädische Schuhe stehen heute zwar nicht mehr vordergründig auf dem Programm, doch Stiefel sind immer noch das Aushängeschild der Schuhmarke.
#3 Lamborghini: Traktoren
Wer den Namen Lamborghini hört, hat in der Regel das Bild eines hochklassigen Sportwagens vor Augen. Doch der italienische Hersteller hat nicht von Anfang an auf futuristische Sportwagen und SUVs gesetzt. In seinen Anfangszeiten stellte die Marke insbesondere Traktoren her. Unter dem Namen Lamborghini Trattori wurden ab 1948 Militärfahrzeuge in dringend benötigte Traktoren umgewandelt. Aus der ursprünglichen Werkstatt wurde ab 1950 ein Industrieunternehmen, das später unter dem Namen „Automobil Lamborghini“ weltweit bekannt wurde. Die Traktoren-Sparte wurde im Jahr 1973 verkauft, doch der Automobil-Hersteller bleibt als Luxusmarke in aller Munde.
#4 Colgate: Seifen und mehr
Unter dem Namen Colgate & Company stellte das Unternehmen, das heute für Zahnpasta bekannt ist, 1872 in den USA parfümierte Seifen her. Die erste Zahnpastatube wurde erst im Jahr 1908 auf den Markt gebracht. Seit 1928 besteht ein Zusammenschluss aus der Colgate Firma und der Palmolive Peet Company, die für die gleichnamige Seife (Palmolive) berühmt wurde. Seitdem stehen wieder vermehrt Seifen im Fokus des Unternehmens, obgleich der Markenname Colgate weiterhin überwiegend für die Zahnpflege bekannt ist. Mittlerweile wurde der Name offiziell in „Colgate-Palmolive Company“ geändert.
#5 Nokia: Toilettenpapier
Wenn du Nokia hörst, denkst du sofort an die ersten Handys? Mobiltelefone, die ewig zu halten schienen und als einziges Entertainment-Programm Spiele wie Snake anboten? Das war keineswegs immer so: Nokia startete nicht mit Technik, sondern mit Papierprodukten, überwiegend Toilettenpapier. Später stieg Nokia ins Kunststoff-Business ein. Der Konzern wurde 1865 gegründet – damals dachte natürlich noch niemand an den Vertrieb von Telefonen, schon gar nicht schnurlosen. Das beliebte Nokia 3310 gab es erst 135 Jahre später, im Jahr 2000. Noch heute verkauft die Marke neben Elektronik eine breite Produktpalette, inklusive Autoreifen und Atemschutzmasken.
#6 Lego: Spielzeug aus Holz
Lego-Spielzeug besteht heute aus Kunststoff. Die Bausteine sind für ihre kräftigen Farben, charakteristischen Noppen und auch für die hohe Anzahl an Kleinteilen bekannt. Lego-Sets können heutzutage so kleinteilig und knifflig sein, dass sie selbst Erwachsenen Freude bringen. Doch das war nicht immer so: Als der dänische Tischlermeister Ole Kirk das Unternehmen 1932 gründete, standen vor allem Holzspielzeuge auf dem Programm. Während der Weltwirtschaftskrise stieg die Firma sogar auf Holzmöbel um. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg experimentierte Lego mit Plastik und erschuf die Art Spielzeug, für die das Unternehmen heute bekannt ist.
#7 Hasbro: Handel mit Stoffresten
Als das Familienunternehmen Hasbro im Jahr 1923 gegründet wurde, begann dessen Handel zunächst ausschließlich mit Textilresten. Die ersten hergestellten Produkte waren Einlagen für Federmäppchen, die aus den Textilresten gefertigt wurden. Später kamen die Federmäppchen selbst hinzu. Anschließend wurde die Produktpalette auf mehr Schulzubehör erweitert, bis schließlich 1943 Spielzeug aufgenommen wurde. Heute gehört das Unternehmen zu den bekanntesten Spielzeugherstellern weltweit. Vermarktet werden mittlerweile Spielzeuge wie Puppen und Actionfiguren, Gesellschaftsspiele, Spielzeug für das Spielen im Freien sowie kreative Spielideen. Stoffreste und Schulzubehör sind von Hasbro nicht mehr erhältlich.
#8 Vorwerk: Teppiche
Vorwerk wurde als Teppichproduzent entwickelt und lieferte einst statt Thermomix und Küchengeräte Teppiche und Teppichreiniger. Die Ursprünge des Unternehmens gehen bis auf das Jahr 1833 zurück. Erst seit den 1920er Jahren wurden Maschinen und Elektromotoren aufgenommen. Den ersten Thermomix, für den die Marke heute so bekannt ist, gibt es seit dem Jahr 1971. Teppiche findest du heute in einem Vorwerk-Laden nicht mehr, dafür aber immer noch Staubsauger für die Teppichreinigung. Das Familienunternehmen hat seinen Sitz bis heute in der Gründungsstadt Wuppertal.
#9 Peugeot: Pfeffermühle
Schon im 18. Jahrhundert trat das französische Unternehmen Peugeot mit einer Ölmühle, Gerberei und Färberei auf den Markt. Die offizielle Gründung erfolgte erst 1810 mit dem Bauen einer Eisengießerei. Zu den ersten Produkten der Firma gehörten stahlbasierte Produkte wie Sägeblätter und Uhrenfedern. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erweiterte das Unternehmen seine Produktpalette und führte Rasierklingen, Pfeffermühlen und andere Gebrauchsgegenstände für den Alltag ein. Und die ersten Autos? Die kamen erst im Jahr 1891 auf den Markt. Damit zählt Peugeot allerdings dennoch zu den ältesten heute noch existierenden Autombil-Herstellern der Welt. Wenn du bei dem Markennamen also zunächst an Autos und nicht an Pfeffermühlen denkst, ist das durchaus berechtigt.
#10 Toyota: Webmaschinen
Auf die Liste der Autombil-Hersteller, die früher andere Produkte vermarkteten, gehört auch Toyota. Als der Gründer Sakichi Toyota mit seiner Arbeit begann, stellte er zunächst manuelle Webstühle her, die anderen Modellen zu der Zeit überlegen waren. Später fertigte er kraftmaschinenbetriebene Webstühle ein, die nicht nur sein Unternehmen, sondern auch die Textilindustrie insgesamt vorantrieben. Der Markt entwickelte sich so gut, dass die Firma den Maschinenbau ausweitete, bis die Firma 1933 schließlich in die Automobilsparte einstieg. 1937 wurde der Konzern als Toyota Motor Corporation ausgegliedert – die Firma, an die noch heute alle denken, wenn sie den Namen Toyota hören.
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