Faktencheck: Welche Mythen über den Sommer stimmen – und welche nicht?
Viele Sommerweisheiten halten sich hartnäckig – wir schauen, welche Mythen stimmen und welche du getrost vergessen kannst.
Mythos #4: Eiskalte Getränke sind eine gut Abkühlung
Klingt logisch – ist tatsächlich aber nur kurzfristig wirksam. Kalte Getränke geben dem Körper zwar kurzzeitig das Gefühl einer Erfrischung, führen aber oft dazu, dass er gegenreguliert: Um die Kälte auszugleichen, fährt der Körper seine Wärmeproduktion hoch – und du beginnst unter Umständen sogar mehr zu schwitzen. Besser sind lauwarme oder zimmerwarme Getränke, da sie den Körper nicht „schocken“ und die Temperaturregulation im Gleichgewicht halten. In heißen Ländern ist es deshalb Tradition, eher warme Tees als eisgekühlte Getränke zu trinken.
Mythos #5: Ins kalte Wasser zu springen ist gefährlich
Tatsächlich ist an dieser Aussage einiges dran. Wenn der Körper stark aufgeheizt ist – etwa nach intensivem Sonnenbaden oder Sport – kann ein plötzlicher Sprung ins kalte Wasser den Kreislauf massiv belasten. Der schnelle Temperaturwechsel führt zu einem sogenannten Kälteschock, bei dem sich die Blutgefäße schlagartig verengen. Im schlimmsten Fall kann das zu Herzrhythmusstörungen oder sogar Kreislaufversagen führen. Deshalb: Vor dem Baden den Körper langsam an das Wasser gewöhnen, zum Beispiel durch kurzes Abduschen oder Anfeuchten von Armen, Beinen und Nacken. Sicher ist sicher!
Mythos #6: Nasse Badebekleidung verursacht Blasenentzündungen
Vor allem bei Frauen hält sich dieser Mythos hartnäckig – dabei stimmt er nicht ganz! Denn grundsätzlich kann eine nasse Bikini- oder Badehose selbst keine Blasenentzündung verursachen – sie wirkt jedoch begünstigend. Der Grund: Durch die Feuchtigkeit und die Kälte im Intimbereich kann die Durchblutung lokal vermindert und das Immunsystem geschwächt werden. Dadurch haben Bakterien leichteres Spiel, in die Harnwege einzudringen. Daher ist es tatsächlich ratsam, sich nach dem Schwimmen umzuziehen.
Mythos #7: Im Wasser bekommt man schneller einen Sonnenbrand
Tatsächlich stimmt das – zumindest teilweise. Wasser verstärkt die Wirkung der UV-Strahlen, da es das Sonnenlicht reflektiert und damit die Haut doppelt bestrahlt wird: von oben durch die Sonne und von unten durch die Reflexion. Zudem werden UV-Strahlen auch im Wasser nicht vollständig abgeblockt. Hinzu kommt: Die kühlende Wirkung des Wassers täuscht über die tatsächliche Intensität der Sonne hinweg – man merkt die Verbrennung oft erst später. All das führt dazu, dass die Haut im Wasser tatsächlich schneller verbrennen kann. Deshalb ist Sonnenschutz beim Schwimmen besonders wichtig!