Gesetze, Preiserhöhungen, Neuerungen und Co.: Die Dinge ändern sich 2026 für Verbraucher
Das Jahr 2026 bringt neue Gesetze, Preisänderungen und Regelungen, die unseren Alltag spürbar beeinflussen. Wir zeigen dir, was sich ändert.
Millionen Rentnerinnen bekommen bald eine Nachzahlung. Das ist nur eine von vielen Neuerungen, die 2026 und danach unseren Alltag verändern. Wo Preise steigen, wo du profitierst und was sich beim Einkaufen, Wohngeld und mehr ändert – hier kommt der Überblick!
Fangen wir mit der Nachzahlung an – und wer genau davon profitiert.
Nachzahlung für Millionen Rentner*innen ab 2028
Viele Rentner bzw. vor allem Rentnerinnen mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, können sich 2028 auf eine Nachzahlung freuen. Grund dafür ist die sogenannte Mütterrente III: Für ältere Geburten sollen künftig genauso viele Erziehungsjahre bei der Rente angerechnet werden wie für Kinder ab 1992. Dadurch erhalten betroffene Mütter – und teilweise auch Väter – pro Kind einen halben Rentenpunkt mehr. Aktuell entspricht das rund 20,40 Euro zusätzlich im Monat pro Kind. Die Erhöhung gilt dauerhaft und kommt zur normalen Rentenerhöhung dazu. Eigentlich soll die Anpassung schon ab Januar 2027 gelten – weil die technische Umsetzung aber wohl erst 2028 möglich ist, wird das Geld rückwirkend ausgezahlt. Genau daraus entsteht dann die recht satte Nachzahlung.
Mütterrente für Väter: Kindergeld allein reicht nicht
Die sogenannte Mütterrente klingt nach einer Leistung nur für Mütter. Das stimmt aber nicht. Auch Väter können zusätzliche Rentenpunkte bekommen, wenn bei ihnen Kindererziehungszeiten anerkannt sind. Eine Leserin von t-online fragt dazu: „Mein Mann ist Witwer, er bezog Kindergeld nach dem Tod seiner Frau. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Väter die Mütterrente erhalten?“
Die entscheidende Antwort: Kindergeld ist dafür nicht maßgeblich. Gundula Sennewald von der Deutschen Rentenversicherung Bund erklärt gegenüber t-online: „Das kann Mütter und Väter gleichermaßen betreffen, je nachdem, bei wem die Kindererziehungszeiten im Rentenversicherungskonto anerkannt sind.“
Wichtig ist vor allem die Betreuung in den ersten Lebensjahren: „Ausschlaggebend ist die Erziehung des Kindes bis zum dritten Lebensjahr“, so die Rentenexpertin. „Hat Ihr Mann das Kind überwiegend oder allein erzogen, weil die Mutter vor dem 3. Lebensjahr des Kindes verstorben ist, kann er Anspruch auf Mütterrente in seiner Rente geltend machen.“
Die Mütterrente III soll 2028 ausgezahlt werden, rückwirkend ab 2027. Dann werden für vor 1992 geborene Kinder bis zu 36 Monate Kindererziehungszeit anerkannt.
Bis zum 21. September: Europa stimmt über neue Euro-Scheine ab
Seit dem 24. Juli 2026 stehen die möglichen neuen Euro-Banknoten im Fokus: Die Europäische Zentralbank hat zehn Entwürfe vorgestellt, über die EU-Bürger*innen bis zum 21. September 2026 online abstimmen können. Zur Auswahl stehen zwei Linien: „Europäische Kultur“ mit Motiven wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci — und „Flüsse und Vögel“ mit Arten wie Eisvogel oder Weißstorch, kombiniert mit europäischen Institutionen.
Die Reaktionen fallen bisher gemischt aus. Ein Kommentar auf Instagram bringt die Sympathie für die Naturmotive auf den Punkt: „Wir sind uns alle einig, dass es die Vögel werden müssen oder?“ Kritik gibt es aber an der Kombination mit EU-Gebäuden: „Aber wer in aller Welt kam auf die schreckliche Idee, die hässlichen Gebäude der EU darauf zu packen, während es den Kölner Dom, Notre Dame, den Mailänder Dom, das Kolosseum, di Sagrada Familia und so viele andere historische Gebäude gibt?“ Ein weiterer Kommentar lautet: „Schade, dass man Bürogebäude zu den Vögeln klatschen musste.“ Auch auffällig ist dabei auch das Hochkantformat der Entwürfe. Die Scheine wirken dadurch stärker wie kleine Plakate: weniger klassisch, dafür moderner und bildhafter.
Neben neuer Optik plant die EZB auch bessere Sicherheitsmerkmale, mehr Haltbarkeit, Nachhaltigkeit und leichtere Nutzung für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Ende 2026 will der EZB-Rat entscheiden. Bis zur Ausgabe dauert es noch Jahre. Vielleicht heißt es dann: „Hast du mal zehn Euro?“ — oder „Hast du mal einen Beethoven?“
Wie findest du die neuen Euro-Scheine?
Seit dem 1. September: Wegovy als Tablette
Seit dem 1. September 2026 ist Deutschland das erste Land, indem Wegovy auch als Tablette erhältlich ist. Der Wirkstoff Semaglutid steckt bereits in der bekannten Abnehmspritze, die Tablette richtet sich ebenfalls an Erwachsene mit Adipositas oder starkem Übergewicht samt Begleiterkrankungen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: keine Spritze, sondern eine tägliche Einnahme. Der Münchner Ernährungsmediziner Hans Hauner ordnet aber ein: „Nur etwa 1,5 Prozent des in Pillenform verabreichten Semaglutids kommen überhaupt im Blut an“. Deshalb braucht es in Tablettenform eine höhere Wirkstoffmenge.
Auch bei den Nebenwirkungen ändert sich wenig. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen können auftreten. Hauner warnt: „Fast die Hälfte der Personen, die diese Medikamente erhalten, reagieren mit Nebenwirkungen.“ Eine ärztliche Begleitung bleibt deshalb wichtig.
Die Bonner Internistin Ulrike Becker bremst in der Tagesschau Erwartungen: „Es gibt keine einfachen Lösungen für Übergewicht.“ Die Tablette könne helfen, sei aber nur als Ergänzung zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung gedacht. Wer das Medikament absetzt, ohne Gewohnheiten verändert zu haben, riskiert laut Becker einen Jo-Jo-Effekt.
Telekom erhöht Preise für „Schläfer“ bis 2028
Die Telekom modernisiert ihr Netz und schaltet bis 2028 die alte Kupferkabel-Technik ab. Das betrifft rund 1,3 Millionen Kund*innen, die bisher nur einen reinen Telefonanschluss ohne Internet nutzen, von der Telekom intern auch „Schläfer“ genannt. Für diese Kund*innen wird die Technik umgestellt. Anstatt dem Kabel in der Wand gibt es künftig eine kleine Box, die das Telefonsignal per LTE-Mobilfunk empfängt. Das alte Telefon kann man daran anschließen und die gewohnte Festnetznummer behalten.
Der Haken an der Sache sind die Kosten. Die neuen Tarife sind deutlich teurer als das, was viele bisher gewohnt waren. Eine Flatrate soll beispielsweise rund 32,50 Euro im Monat kosten, plus Miete für die Box. Laut Merkur halten das Expert*innen von Vergleichsportalen wie Verivox für „nicht marktgerecht“, da man ähnliche Mobilfunktarife schon für 5 bis 10 Euro im Monat bekommt. Für die betroffenen Telekom-Kunden könnte es also um die 200 Euro pro Jahr teurer werden. Die Telekom argumentiert, die alte Technik sei störanfällig und teuer in der Wartung. Wenn bei einem Kunden kein LTE verfügbar ist, wird es noch komplizierter und teurer: Dann muss auf einen DSL- oder Glasfaser-Tarif ausgewichen werden, was die Kosten schnell verdoppeln kann.
Zuckersteuer ab 2027: Auch Zero-Getränke könnten deutlich teurer werden
Die geplante Zuckersteuer könnte Verbraucher*innen stärker treffen als erwartet. Laut dem Handelsblatt über ein Papier des Bundesfinanzministeriums soll die Abgabe bereits 2027 starten – ein Jahr früher als bislang vorgesehen. Betroffen wären demnach nicht nur klassische Zuckergetränke wie Cola, Eistee oder Säfte, sondern auch Getränke mit Süßstoffen, etwa Cola Zero, Sprite Zero oder Fanta Orange Zero.
Für Getränke mit 4,5 bis 7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter wären 26 Cent pro Liter fällig. Ab mehr als 7 Gramm läge die Steuer bei 32 Cent, ab mehr als 10 Gramm bei 38 Cent pro Liter. Getränke, die ausschließlich Süßstoffe enthalten, sollen ebenfalls mit 26 Cent pro Liter besteuert werden. Weil zusätzlich 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen, könnten die Preise noch stärker steigen.
Bei einer Ein-Liter-Flasche Coca-Cola würde der Aufschlag laut Berechnung rund 45 Cent betragen. Eine Flasche Coca-Cola Light könnte von 1,12 Euro auf etwa 1,43 Euro steigen. Finanzminister Lars Klingbeil rechnet laut Bericht für 2027 mit rund 650 Millionen Euro Einnahmen.
Seit 12. August 2026: Neue EU-Verpackungsregeln
Seit dem 12. August 2026 greifen in der EU die ersten verbindlichen Vorgaben der neuen Verpackungsverordnung PPWR. Für Verbraucher*innen wird das vor allem bei Verpackungen rund ums Essen sichtbar: Pizzakartons, Brötchentüten, Nudelboxen und Fleischverpackungen müssen deutlich strengere PFAS-Grenzwerte einhalten. Diese Chemikalien machen Verpackungen fett- und wasserabweisend, bauen sich aber kaum ab.
Die neuen EU-Verpackungsregeln verpflichtet zudem auch Supermärkte zu einheitlichen Symbolen für eine einfachere Mülltrennung, schreiben recyclingfähige Designs ohne Schadstoffe wie PFAS vor und verbieten unnötigen Leerraum bei Mogelpackungen. Dadurch soll das Recycling verbessert, Rohstoffe geschont und Material sowie Transportemissionen effektiv eingespart werden.
Auch Teebeutel, Kaffeekapseln und Kaffeepads gelten seit dem 12. August 2026 EU-weit als Verpackung. Klassische Pads und Teebeutel aus Zellstoff dürfen weiter in die Biotonne, Varianten mit Kunststoffanteilen gehören in den Restmüll. Ab dem 12. Februar 2028 müssen auch sie industriell kompostierbar sein.
Für Unternehmen wird die Umstellung anspruchsvoll. DIHK-Referatsleiter Christoph Petri kritisiert in einer Erklärung: „Das ist von der Komplexität her einfach zu sperrig“. Er fordert eine Pause, „weil es einerseits rechtlich noch Grauzonen gibt, aber auch weil es für viele Unternehmen völliges Neuland ist.“
Weitere Schritte sollen aber folgen: Ab 12. Februar 2027 müssen geeignete eigene To-go-Behälter akzeptiert werden. Ab 2030 verschwinden unter anderem Mini-Shampoo im Hotel, Ketchup-Tütchen und Plastiknetze für kleine Obst- und Gemüsemengen.
Neue PIN-Funktion beim Personalausweis ab 2027
Viele Menschen nutzen die Online-Funktion ihres Personalausweises kaum und wissen deshalb ihre PIN nicht mehr oder finden den PIN-Brief nicht wieder. Das wird künftig problematisch, weil der digitale Ausweis in einer neuen App (EUDI-Wallet), die ab 2027 starten soll, immer wichtiger wird. Für die Nutzung wird die PIN zwingend benötigt. Aktuell ist die Situation umständlich: Wer seine PIN vergessen hat, muss persönlich zum Bürgeramt gehen, um eine neue zu bekommen. Das soll sich aber ändern. In der zweiten Hälfte 2026 soll ein alter Service zurückkehren: der PIN-Rücksetzbrief. Damit kann man die PIN wieder online über die AusweisApp beantragen. Der Brief wird dann an die Meldeadresse geschickt, und die Identität wird über ein Postident-Verfahren bestätigt. Der Dienst war früher schon verfügbar, wurde aber 2023 aus Kostengründen gestoppt. Jetzt wird er wieder eingeführt, um den Start der digitalen Ausweis-Wallet vorzubereiten und den Zugang zur Online-Ausweisfunktion einfacher zu machen.
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ADAC plant drastische Beitragserhöhung ab 2027
Der ADAC steht offenbar vor der größten Preisanpassung in seiner über 120-jährigen Geschichte. Wie Recherchen der Welt Ende März 2026 zeigen, sollen die Jahresbeiträge für Neukund*innen deutlich steigen. Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch die Entscheidung soll voraussichtlich auf der Hauptversammlung am 23. Mai fallen.
So könnten sich die neuen ADAC-Beiträge erhöhen:
- Basistarif für eine Person: 54 Euro auf 64 Euro
- Plustarif für eine Person: 94 Euro auf 114 Euro
- Premiumtarif für eine Person: 139 Euro auf 174 Euro
- Basistarif für eine Person mit (Ehe-) Partner: 79 Euro auf 94 Euro
- Plustarif für eine Person mit (Ehe-) Partner: 129 Euro auf 154 Euro
- Premiumtarif für eine Person mit (Ehe-) Partner: 189 Euro auf 234 Euro
- Basistarif für eine Person mit (Ehe-) Partner, Kinder (18-23 Jahre): 104 Euro auf 124 Euro
- Plustarif für eine Person mit (Ehe-) Partner, Kinder (18-23 Jahre): 164 Euro auf 194 Euro
- Premiumtarif für eine Person mit (Ehe-) Partner, Kinder (18-23 Jahre): 239 Euro auf 294 Euro
Ab 2030: Verbot von Knotenbeutel im Supermarkt
Die Diskussion um Plastiktüten in Geschäften geht schon eine ganze Weile. Viele erinnern sich vielleicht noch an eine Zeit, in der man kostenlos Tüten aus Plastik bekommen oder zumindest zur Verfügung hatte, um seine Einkäufe zu verpacken. Das hat natürlich Auswirkungen auf unsere Umwelt, die zunehmende Vermüllung der globalen Gewässer und auch der Entstehung von Mikroplastik. Seither wird die Verbreitung von Plastikprodukten immer weiter eingeschränkt, besonders in Europa. 2022 wurden Kunststofftüten mit einer Wandstärke von unter 0,05 Millimeter ganz in Supermärkten verboten. Der sogenannte „Europäische Green Deal“ soll jedoch weiter überarbeiten werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sagt hierzu in einem Gespräch mit t-online: „Ab 2030 sind die dünnen Tütchen mit weniger als 15 Mikrometern Wandstärke in ganz Europa verboten“. Gemeint sind damit vor allem die sogenannten Knotenbeutel, die für Obst, Gemüse, Gebäck oder andere Produkte oft noch zur Verfügung stehen. Der DUH ist bewusst, dass die Märkte selbst hier wenig Verantwortung übernehmen: „Wenn die Supermarktketten es ernst meinen würden mit Umweltschutz, dann würden sie die umweltschädlichen Plastiktüten entweder so teuer anbieten, dass sie keiner mehr gerne nutzt (mindestens 20 Cent), oder einfach aus dem Sortiment nehmen.“ Einige Biomärkte und auch Edeka setzt vereinzelt schon auf Alternativen aus Papier, Bioplastik oder andere Verpackungsmöglichkeiten.