Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel wirklich?
#9 Worauf muss man bei der Qualität achten?
Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen, algen-, pilz- oder flechtenbasierten Inhaltsstoffen sind immer wieder im Gespräch und geraten Ende September 2026 stärker in den Fokus. Eine Gruppe aus Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen und Verbraucherschützer*innen fordert in einem Brief an die Bundesministerien für Landwirtschaft und Ernährung sowie für Wirtschaft strengere Regeln für sogenannte Botanicals.
Der Vorwurf: Viele Produkte landen auf dem Markt, ohne vorher behördlich geprüft zu werden. Hersteller*innen müssen sie lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit anmelden. Nach Angaben von Andreas Hensel von der Universität Münster wurden 2025 mehr als 30.000 Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland registriert.
Die Fachleute sehen darin ein Risiko für Verbraucher*innen. Sie fordern bessere Angaben bei der Anmeldung, regelmäßige Prüfungen von Rohstoffen und Fertigprodukten sowie strengere Kontrollen bei Gesundheitsversprechen.
Auch das BfR weist auf Lücken hin: Für viele bioaktive Stoffe in Botanicals gebe es nur begrenzte Daten zur Sicherheit. Bereits 2007 bewertete das Institut Maca-Präparate, im September 2025 warnte es vor hochdosierten Vitamin-D-Bolusdosen.
Beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln solltest du also vor allem auf klare Angaben zu Inhaltsstoffen, Dosierung, Herstellerin und Anwendung achten. Vorsicht ist bei großen Gesundheitsversprechen, hochdosierten Präparaten und Produkten mit pflanzlichen, algen-, pilz- oder flechtenbasierten Inhaltsstoffen geboten, denn „natürlich“ bedeutet nicht automatisch sicher. Auch Social-Media-Tipps sind mit Vorsicht zu genießen – sinnvoll ist Nahrungsergänzung laut BfR für die meisten Menschen ohnehin nur in wenigen Fällen, etwa bei Folsäure rund um Kinderwunsch und frühe Schwangerschaft.
Wie nützlich Nahrungsergänzungsmittel sind, ist eine wichtige Frage …