Warum Leitungswasser besser als Mineralwasser sein soll

Ein Bericht von Stiftung Warentest sorgt nun für Aufsehen

Person, die sich Leitungswasser in ein Glas abfüllt

Es gibt genau zwei Situationen, in denen wir Leitungs- statt Mineralwasser trinken:

1. Wenn wir zu faul sind, einen ganzen Kasten Sprudel vom Supermarkt bis in den dritten Stock unserer Wohnung zu schleppen.

2. Wenn wir zu geizig sind, im Restaurant gefühlte fünf Euro für ein Mineralwasser zu zahlen und lieber umsonst etwas Tap Water abgreifen.

So oder so: Die meisten von uns mögen Mineralwasser einfach lieber und greifen nur aus Bequemlichkeit, oder um etwas Geld zu sparen, zu Leitungswasser. Genau das könnte sich dank eines Berichts von Stiftung Warentest nun jedoch ändern. Warum dieser gerade für mächtig viel Aufsehen sorgt, erfährst du auf den nächsten Seiten:

Zwei Gläser Wasser, die nebeneinander auf dem Tisch stehen

Für einen Ende Juni veröffentlichten Bericht untersuchte Stiftung Warentest 32 stille Mineralwässer und kam dabei zu einem abschreckenden Ergebnis: In jedem zweiten Wasser fanden sich unerwünschte Keime, ein erhöhter Gehalt an problematischen Stoffen sowie Verunreinigungen aus Landwirtschaft und Industrie. 

Sogar einige Biowässer fielen durch: In einem Produkt, das mit 'mangelhaft' bewertet wurde, fanden sich außergewöhnlich viele Keime, die gerade Menschen mit einem schwachen Immunsystem gefährlich werden können. Ein weiteres wurde mit 'ausreichend' bewertet, da es Stäbchenbakterien enthielt. Ein französisches Markenwasser, so Stiftung Warentest, enthielt eine hohe Menge Vanadium, was womöglich krebserregend sein kann.

Doch warum schneiden gerade stille Mineralwässer so schlecht ab?

Eine Person hält ein Glas Wasser in der Hand.

Während in Classic- und Medium-Varianten die enthaltene Kohlensäure den Keimwachstum eindämmen kann, verfügt stilles Mineralwasser nicht über diesen natürlichen Schutz – daher schnitten sie im Test deutlich schlechter ab. 

Stiftung Warentest rät daher, statt stillem Wasser vermehrt auf Leitungswasser zurückzugreifen: Dieses ist 34-mal günstiger und auch unbedenklicher. Denn selbst in Orten, die ein gewisses Risiko in Bezug auf die Trinkwasserqualität aufweisen, so der Bericht, waren die Spuren im Wasser nicht gesundheitsgefährdend. Außerdem unterbieten viele Mineralwässer den durchschnittlichen Mineralstoffgehalt von Trinkwasserproben. 

Ein weiterer Vorteil von Leitungswasser: Da es nicht in PET-, Glasflaschen oder Kartons abgefüllt und in den Handel transportiert wird, belastet es die Umwelt deutlich weniger. Kein Wunder also, dass das Umweltbundesamt Trinkwasser zum "umweltfreundlichsten Getränk" kürte.