Wer seine Kollegen so beleidig, kann gekündigt werden

Gerichtlicher Beschluss sieht fristlose Kündigung als rechtens an

Wer seine Kollegen so beleidig, kann gekündigt werden

Eine Krankenschwester, die bereits über 20 Jahre in dem selben Krankenhaus arbeitete, versandte eines Abends, nachdem sie Alkohol getrunken hatte, eine SMS an eine Kollegin. Eine, die es in sich hatte, denn sie war gefüllt mit Beleidigungen. Allein die Anrede mit "Hi *****loch", lässt vermuten, wie der Rest der Textnachricht formuliert wurde. Ihr Arbeitgeber kündigte die Mitarbeiterin fristlos. Diese ging mit einer Kündigungsschutzklage gegen ihren Rauswurf gerichtlich vor - jedoch erfolglos. "Grobe Beleidigungen von Arbeitskollegen, die eine deutliche Ehrverletzung für den Betroffenen bedeuteten, seien ein erheblicher Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis",berichtet die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Im Falle der Krankenschwester liegt eine besonders Grobe Beleidigung vor, sodass selbst in Anbetracht des langjährigen Beschäftigungsverhältnisses, eine fristlose Kündigung rechtens ist. Durch das Fehlverhalten sei, so der Gerichtsbeschluss, der Betriebsfrieden irreparabel zerstört. Außerdem wiegen, das kommt in diesem Fall noch hinzu, schriftliche Beleidigungen schwerer als mündliche. Während mündliche Beleidungen vor Gericht oftmals schwer zu beweisen sind, liegen schriftliche auf der Hand. Dennoch gilt, wer sein Arbeitsverhältnis nicht gefährden will, der sollte sich sowohl gegenüber der Kollegen, als auch der Vorgesetzten professionell verhalten und sich zu keinen Beleidigungen hinreißen lassen. Denn wie heißt es immer so schön: "Der Klüger gibt nach".