"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Die Folgen einer volltrunkenen Fahrt

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Der verhängnisvolle Abend

Es sollte ein ganz normaler Abend für den US-Amerikaner Robert Veeder werden. Am Abend gemütlich in eine Bar setzen, ein-zwei Bier zischen und noch ein Mischgetränk, und dann sollte es schnell nach Hause gehen. Er war noch müde von der Halloween-Party am Vorabend. Seine Wohnung rund 5 Kilometer von der Bar entfernt. 

Er setzte sich, wie so oft, in seinen weißen Econoline Van und machte sich auf den Weg nach Hause. "Ich nahm die Autobahn, da die Wahrscheinlichkeit angehalten zu werden, dort geringer war als auf der Landstraße", verriet er der "Huffington Post". 

Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellen sollte...

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Er fuhr mit seinem weißen Van über die Autobahn, jedoch wusste er nicht, dass es zuvor einen großen Unfall gegeben hatte. 

Nach eigenen Angaben raste er weder, noch überholte er andere Verkehrsteilnehmer. 

Doch dann die Sekunde, die sein Leben komplett veränderte. "Ich fuhr mit meinem Van einen Hügel hinauf und plötzlich stand eine Gruppe von Menschen auf der Straße genau vor mir. Ich versuchte, zu bremsen, doch ich war zu langsam ― und zu betrunken ― um angemessen reagieren zu können. Was dann geschah, war der absolute Horror", so Veeder zur "Huffington Post". 

Doch seine persönliche Hölle sollte erst noch beginnen...

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

An diesem 1. November 2003 starben sechs Menschen und zwei weitere wurden schwer verletzt. Weiter im Interview mit der "Huffington Post" heißt es: "Als die Polizei eintraf, saß ich am Straßenrand und klammerte mich an meinen Knien fest. Ich schaukelte permanent mit dem Oberkörper vor und zurück.". 

Nach seiner Verhaftung wurde der Unfall-Fahrer in das örtliche Bezirksgefängnis gebracht und später in das staatliche Gefängnis überführt. 

Das Urteil ist eindeutig: Sechsfache fahrlässige Tötung und zweifache schwere Körperverletzung. 

Doch wie geht man in einer solchen Situation mit den fatalen Folgen um? 

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Das tragische Unfall ist jetzt knapp 15 Jahre her und noch immer, so Robert Veeder, denkt er jeden Tag an die Tragödie. "Wenn ich lache, was ich sehr oft tue, frage ich mich, ob ich denn überhaupt das Recht dazu habe, fröhlich zu sein. Wenn ich mich verletze, denke ich mir manchmal einfach, dass ich es verdient habe. Ich glaube, dass ich das für immer tun werde." 

Der Abend hat sein gesamtes Leben nachhaltig verändert und sogar eine positive Komponente, auch wenn es bei so einer Tragödie schwer vorstellbar ist. Mittlerweile hat ein Umdenken bei ihm stattgefunden, was er im Interview verrät..

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Veeder sagt weiter im Interview: "Es gibt nichts, das es rückgängig machen könnte. Der schwierige Teil des Gefängnisaufenthaltes war für mich, dass meine Entscheidungen ― die Entscheidungen, die ich selbst getroffen hatte und die mich hinter Gitter gebracht hatten ― sechs Menschen das Leben gekostet haben." 

Ihm wird schmerzlich bewusst, dass er diesem Vorfall nicht rückgängig machen kann. Und dieser Schmerz erdrückt ihn fast. Der Versuch, sich an den Gefängnisalltag zu gewöhnen und zahlreiche Kurse mitzumachen, scheiterte zunächst..

Doch dann kam irgendwann die Besserung...

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Selbstmordgedanken quälten ihn Tag ein, Tag aus. Er weinte viel und versank in seiner Traurigkeit, doch dann änderte sich alles. Er hatte viel Zeit zum Nachdenken und schöpfte neue Hoffnung. 

Reisekataloge, Briefe von Freunden und intensive Gespräche verhalfen ihm, neuen Mut zu schöpfen und sein Leben noch einmal von vorne zu beginnen. 

Am  11. Januar 2012 wurde Veeder entlassen und für neun Monate unter Beobachtung gestellt. 

"Ich habe 6 Menschen getötet" - So hat sich sein Leben danach verändert

Ab diesen Zeitpunkt änderte sich sein Leben komplett.

"Ich werde die Last meiner Schuld für immer mit mir herumtragen. Ich werde sie niemals ablegen können. Doch ich werde immer weiter dafür kämpfen, meine Schuld wieder gutzumachen. Auch wenn ich weiß, dass ich das nie wirklich tun kann. Doch ich will die Chancen ― die unglaublichen Geschenke ― die ich bekommen habe, nicht vergeuden", so Veeder zum Ende seines Interviews mit der "Huffington Post". 

Schließlich konnte er sein Studium an der State University of New York abschließen und arbeitet heute als Suchttherapeut. 

Er hat seine Alkoholsucht bekämpft und versucht, anderen Leute zu helfen.